Szene aus „Out Of Order“ der Formation „Forced Entertainment“
Sommerszene / Hugo Glendinning
Kultur

Sommerszene präsentiert 14 Produktionen

Von 17. bis 29. Juni zeigt das Festival Tanz und Performance aus insgesamt neun Ländern. Dabei sind in der Stadt Salzburg und im Umland heuer auch fünf Uraufführungen, darunter „Herde und Stall“ von Hubert Lepka.

Bevor die Salzburger Festspiele im Sommer starten, reisen zur Sommerszene traditionell Künstler aus aller Welt an, die zusammen mit Salzburger Künstlern ein vielseitiges Programm aus Tanz und Performance kreieren, das mittlerweile internationale Anerkennung genießt. Den Auftakt des Festivals macht heuer Jan Martens, der erstmals in Salzburg zu Gast sein wird. „Rule of Three“ ist eine Arbeit über Körper, Rhythmus und Timing, bei dem Martens außerdem erstmals mit einem Live-Drummer auftritt.

Szene aus  „Rule of Three“ von Jan Martens
Sommerszene / Phile Deprez
Probenszene aus „Rule of Three“

Als Koproduzent ist dieses Jahr auch die ARGEkultur am Festival beteiligt. Das Projekt „The very Moment“ der Münchner Choreografin Anna Konjetzky ist eine analytische Performance, die aus einer Bewegung, dem Stehen auf den Zehenspitzen, erarbeitet wurde und sich vom wissenschaftlichen Zugang zu einem heiteren Abendprogramm entwickeln soll. Die ARGE ist außerdem eine von fünf Spielstätten, die während des Festivals als Bühne genutzt werden.

„Die Grenzen zwischen Tier und Menschsein ausloten“

Eine Uraufführung im Freien wird „Herde und Stall“ des Salzburger Choreografen Hubert Lepka sein. Dafür hausen Tänzer, Schauspieler und Tiere zusammen in einem Gehege. „Mich beschäftigt schon lange, wo die Grenze zum Tiersein anfängt und das Menschsein aufhört“, sagt Lepka. Vor der Uraufführung am 22. Juni können außerdem am 17. und 18. Juni öffentliche Proben in der Pferdeschwemme besucht werden. Zum Finale erinnert sich Michikazu Matsune in „All Together“ an reale und fiktive Begegnungen in seinem Leben und arbeitet diese in seiner Performance im Szene Theater auf. Anschließend verabschiedet sich die Sommerszene wieder traditionell mit der Closing Party. ==

Klanginstallation „Euch sprechen die Steine“ von Komponist Marco Döttlinger
Sommerszene / Bernhard Müller
Klanginstallation im Fußgängertunnel des Neutors

Odyssee und Klanginstallation in der Stadt

Während der Festivalzeit erstrecken sich heuer zwei Beiträge: Einer ist die Performance des Salzburger Kollektivs „ohnetitel“. Für „Die Späte Stunde – eine episodenhafte Odyssee durch die Stadt“ bedient sich das Kollektiv an den Konstruktionsplänen des „Ulysses“ von James Joyce und führt daran inspiriert das Publikum in 24 Episoden durch die Stadt, wobei täglich vier Episoden gezeigt werden. Im Fußgängertunnel des Neutors ist außerdem durchgehend die Klanginstallation „Euch sprechen die Steine“ von Komponist Marco Döttlinger geöffnet. Hierfür hat er zu verschiedenen Tageszeiten Geräusche aus der unmittelbaren Umgebung aufgenommen, die er zusammen mit auf einem Kontrabass gespielten Melodien verdichtet abspielt.