Alpenveilchen
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Garteln in Salzburg

Variationen von Alpenveilchen

Viele kennen es nur von der Fensterbank, dabei ist der „Bruder“ ein duftender Bote des Spätsommers in vielen Teilen des Landes: das Alpenveilchen, auch Zyklame genannt. Sie gehört zu den Lieblingsblumen von Biogärtner Karl Ploberger.

Gerade in den letzten Jahren hat das Zimmeralpenveilchen wieder an Beliebtheit gewonnen, kann es doch im Herbst auch im Garten ausgepflanzt werden. Damit wird auch das „wilde“ Alpenveilchen interessant.

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Weißes Alpenveilchen

Wanderer kennen es, wenn man ab August durch Buchenwälder spaziert und plötzlich vom Duft dieser kleinen Blütenpflanze in seinen Bann gezogen wird. „Cyclamen purpurascens“ nennen es die Botaniker und bezeichnen es als Knollengeophyten, also als eine Pflanze, die mit Hilfe eine Wurzelverdickung im Boden überlebt. Es wächst „über Kalk“, wie die Pflanzenkundigen sagen, benötigt aber eine humusreiche Schicht, in der die Knollen liegen.

Sendungshinweis

„Garteln in Salzburg“, 5.9.2019

Im Juli öffnen sich die ersten Blüten, kämpfen sich durch das verrottete Laub und innerhalb von wenigen Wochen entstehen so Blütenteppiche, die den Wald mit ihrem Duft einhüllen. Vor allem nach einem Sommergewitter ist dieses Dufterlebnis am größten.

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Pinkes Alpenveilchen

Die karminroten Blüten locken vor allem Hummeln an, befruchten sich aber auch selbst. Dann verschwindet das Alpenveilchen schon wieder aus unserem Blickfeld, denn die kugeligen Fruchtkapseln liegen an den spiraligen Fruchtstielen am Boden.

Ein Jahr benötigen sie zum Reifen, dann werden die Ameisen aktiv, denn an den kleinen Samen, die nun ausfallen, befindet sich ein – offenbar köstlicher – Ölkörper (genannt Elaiosom). Die Ameisen bringen die Samen deshalb zu ihren Bauten und sorgen damit für eine flächige Ausbreitung. Die Vorliebe dieser Samen wird auch erfüllt – sie wollen immer im Dunklen keimen.

Die Knolle ist hochgiftig und verursacht Atemlähmungen. Früher wurde sie in der Volksmedizin eingesetzt, heute ist sie in der Homöopathie als Substanz in stark verdünnter Form noch in Verwendung – zum Beispiel bei Migräne oder Kopfschmerzen.

Gäste aus dem Mittelmeer

Ebenso für den Garten ist das in diesen Tagen in voller Blüte stehende Herbst-Alpenveilchen oder auch „Cyclamen hederifolium“. Es mag kiesige, eher trockene Standorte – zum Beispiel in einem Steingarten oder am Haus unter einem Dachvorsprung.

Es sät sich auch bereitwillig aus und leuchtet in weiß und rosa bis in den Oktober hinein. Und dann gibt es noch das Vorfrühlingsalpenveilchen („Cyclamen coum“). Für Karl Ploberger sein absoluter Favorit, weil es zu den Frühaufstehern im Blumengarten gehört.

Das „Zimmer“-Alpenveilchen

Das Alpenveilchen („Cyclamen persicum“) liebt eine eher kühlere Umgebung, das aber an geschützten Plätzen – zum Beispiel in einem Herbstkisterl – auch wochenlang ein Farbtupfer ist. Vor allem die ganz kleinen Sorten sind dafür geeignet. Bis zum ersten stärkeren Frost blühen sie unermüdlich.

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Als Zimmerpflanze bevorzugt es ein West- oder Ostfenster. Gegossen wird etwa alle vier bis fünf Tage – je nach Raumtemperatur und idealerweise von unten. Alle verblühten Blüten entfernen, aber keinesfalls abschneiden, sondern mit einem kleinen Ruck herausziehen.

Alpenveilchen oder Zyklame

Fernsehgärtner Karl Ploberger inmitten seiner Lieblingspflanzen, den Alpenveilchen – in allen Variationen.