Getreidegasse, Jänner 2022
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Wirtschaft

Keine Mozartwoche: Wirtschaflticher Schlag

Nach der Absage der Mozartwoche vor zwei Wochen ist der wirtschaftliche Schaden für Veranstalter, aber auch für den Stadttourismus, enorm. In einer sonst touristisch schwierigen Übergangszeit sei die Mozartwoche nämlich ein wichtiger Umsatzbringer.

Eigentlich hätte die Mozartwoche am Donnerstag – an Mozarts Geburtstag – starten sollen. Rund 30.000 Gäste aus über 50 Nationen kommen deswegen normalerweise nach Salzburg. Damit ist das international renommierte Musikfestival ein wichtiger Umsatzgarant für Hotellerie und Handel in einer sonst touristisch gesehen schwierigen Jahreszeit.

Ausfall zwischen zehn und 15 Millionen Euro

Das war sie auch in den Jahren ohne Cov-Krise, so der Tourismuschef der Stadt Salzburg, Bert Brugger. „Das Festival ist in einer toten Zeit, Ende Jänner, und wir können davon ausgehen, dass hier 30.000-40.000 Nächtigungen erzielt werden und pro Nacht bin ich bei über 300 Euro. Rechne ich da die Tickets noch dazu, dann bin ich schnell bei einem Ausfall um die zehn bis 15 Millionen.“

Hotel Sacher, Stadt Salzburg, Jänner 2022
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In einer touristisch „toten“ Zeit ist die Mozartwoche eigentlich Umsatzbringer für den Handel und die Hotellerie

Abfederung durch Hilfsgelder ungewiss

Neben den Ausfällen für Handel und Hotellerie sind die Hauptgeschädigten aber die Veranstalter. Wie groß der finanzielle Schaden für die Stiftung Mozarteum genau ist, steht noch nicht fest – man rechnet aber mit einem deutlichen sechsstelligen Betrag. Ob der finanzielle Veranstaltungsschutzschirm des Bundes greift, ist unklar: Schließlich verzichtete man auf Basis behördlicher Empfehlungen auf die Durchführung, der Schutzschirm setzt aber eigentlich ein Veranstaltungsverbot voraus. Derzeit sei man aber in guten Gesprächen mit Förderungsgebern, erklärte Rainer Heneis, Geschäftsführer der Stiftung Mozarteum.

Auch Veranstalter bleiben auf Kosten sitzen

Schwierig ist die Situation darüber hinaus aber auch für die beteiligten Künstler und Veranstaltungshäuser. Zwar sei man guter Hoffnung, dass es doch noch Förderungen oder Ersatzleistungen geben wird, auch die Gesprächsbasis mit der Stiftung Mozarteum sei gut, momentan bleibe man aber jedenfalls auf Kosten sitzen, sagte etwa Susanne Tiefenbacher, Leiterin des Salzburger Marionettentheaters. Die Kosten des laufenden Theaterbetriebes müssen nur vorerst ohne die Einkünfte aus der Mozartwoche gedeckt werden.

Und auch die Künstler selbst fallen zumindest derzeit um ihre Gagen um, bestätigte der Geschäftsführer der Camerata Salzburg, Andreas Bräunig. Denn den vielfach freien Künstlern sei es bei kurzfristigen Absagen nur schwer möglich, Ersatzengagements zu finden.

Keine Mozartwoche: Schlag für Stadttourismus

Nach der Absage der Mozartwoche vor zwei Wochen ist der wirtschaftliche Schaden für Veranstalter, aber auch für den Stadttourismus, enorm. In einer sonst touristisch schwierigen Übergangszeit sei die Mozartwoche nämlich ein wichtiger Umsatzbringer.