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Soziales

Harte Einsätze: Hilfe für Retterseelen

Wie können sich Rettungskräfte vor seelischen Schäden nach harten Einsätzen schützen? Um praktische Tipps dreht sich ein neues Schulungsprogramm bei der Bergrettung (ÖBRD). Speziell ausgebildete „Peers“ kümmern sich in den Salzburger Ortsstellen um ihre Kameraden.

Traumatisierte und schockierte Opfer von Bergunfällen, Angehörige, Begleiter, Verletzte, Schwerstverletzte, Sterbende, Bergtote: Ehrenamtliche Bergrettungsleute haben immer wieder mit solchen Situationen zu tun. Und nicht alle stecken das gleich gut oder schlecht weg.

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Bergrettung Salzburg/Coen Weesjes

Der psychische Druck kann für manche Helfer steigen oder sogar chronisch werden, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert wird.

Um auch aus menschlicher Sicht sehr schwierige Einsätze gut zu bewältigen, darum dreht sich ein neues Ausbildungsprogramm. Viele der 43 Salzburger Ortsstellen der Bergrettung beteiligen sich mittlerweile daran. Sie schicken – oft junge – Bergretter zu speziellen Schulungen, bei denen sie als „Peers“ ausgebildet werden. Das sind geschulte Kontaktpersonen für Einsatzkräfte, die ihren Kameraden in Krisensituationen beistehen und Strategien lehren können, wie man über belastende Eindrücke hinwegkommt bzw. diese verarbeitet.

Schulung auf der Genner Alm

Vor kurzem gab es auf der Genner Alm in den Osterhornbergen bei Hintersee (Flachgau) an der Bezirksgrenze zum Tennengau eine solche Schulung. 18 Frauen und Männer aus ÖBRD-Ortsstellen in allen Salzburger Bezirken kamen dazu zur Bergrettungshütte der Ortsstelle Salzburg-Stadt.

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Bergrettung Salzburg/Claudia Hutticher

Der Bergretter und Notfallpsychologe Hans Kirschner bot ein zweitägiges Kurs- und Übungsprogramm für die künftigen „Peers“. Es ging neben der Vermeidung von posttraumatischen Belastungssyndromen auch um die Themen Suizid und Depression. Dazu kamen Entspannungsmethoden, um körperlichen und psychischen Stress nach harten Einsätzen zu bewältigen.

Chef will weiter ausbauen

„Mein großer Wunsch ist, dass künftig jede unserer 43 Ortsstellen in Salzburg, einen solchen Peer hat“, sagte Balthasar Laireiter, Landesleiter der Bergrettung, der an der Schulung teilnahm.

Gerald Lehner, salzburg.ORF.at

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