Halleins spektakuläre Barmsteine

Unsere Reihe „119 Plätze, 119 Schätze“ führt diese Woche auf die Barmsteine bei Hallein (Tennengau). Die markanten Felstürme auf der Staatsgrenze zu Bayern sind von der Stadtgemeinde als ihr schönster Platz nominiert worden.

Die Barmsteine sind weit mehr als nur ein Wanderziel. Ihre Form, Geologie und Geschichte sind einzigartig.

Trittsicherheit wichtig

Wer die Barmsteine besteigen will, sollte trittsicher sein. Die schmalen Steige sind technisch nicht schwierig, an manchen Stellen jedoch recht ausgesetzt. Herbstliche Nässe und Frost sind weitere Faktoren. Die Anstiegsrouten für Wanderer verlaufen über die bayerische Seite des Massivs. Auf Salzburger Seite haben nur hervorragende Kletterer ihre Wege zum Gipfel.

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Blick vom Kleinen auf den Großen Barmstein im seitlichen Profil nach Norden. Von Osten her sind die Barmsteine viel breiter. Rechts: Salzach und der Gaisberg in der Ferne. Links hinten: Untersberg-

Der Name kommt aus dem 12. Jahrhundert - von einem Grundbesitzer namens Pabo mit seinen Pabensteinen. Über die Jahrhunderte wurden daraus die Barmsteine. Niemand Geringerer als der Teufel hat sie in zwei Teile gerissen, als er da oben saß und herunterschaute – aus Wut, so heißt es.

Teufel bombardiert Prozession

Und Florian Knopp vom Halleiner Keltenmuseum kennt die sehr alte Sage:

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Riesige Hakenkreuz-Schmiererei - in einer Felswand auf dem Kleinen Barmstein ab 1933.

„Der Teufel hörte eine Prozession, die im Tal unterwegs war in Richtung Oberalm. Und auch der Weihrauch hat ihn so erzürnt, dass er Felsbrocken ins Tal geworfen hat. Daher, so heißt es im Volksmund, hätten die Barmsteine ihre heutige Form erhalten.“

Nazis nutzen Grenze für Propaganda

Der Kleine Barmstein ist von den Nationalsozialisten jahrelang für Propaganda gegen den unabhängigen Staat Österreich missbraucht worden: Ab Hitlers „Machtergreifung“ in Deutschland im Jahr 1933 gab es da oben ein riesiges Hakenkreuz und Lautsprecher. Die österreichische Seite der Grenze wurde mit Liedern und brauner Propaganda beschallt. Daneben gingen immer wieder Schmuggler über die dicht bewaldete Grenze, um NS-Plakate, Bücher und Schriften nach Österreich zu schmuggeln. Umgekehrt flüchteten österreichische Nazis ins nahe Berchtesgadener Land, ehe sie dann im Frühling 1938 ihre sehnlichen Ziele erreicht hatten - mit dem „Anschluss“ und dem Untergang Österreichs. Gut ein Jahr später begann der Zweite Weltkrieg.

Bildergalerie:

Kühle Luft schuf „Kaltenhausen“

Von den Barmsteinen haben über Jahrhunderte auch die Bierbrauer in Kaltenhausen profitiert. Die die Luft sinkt oben durchs Gestein bis ins Salzachtal und kühlt sich dabei ab, wie der Historiker Wolfang Wintersteller schildert: „Das hat man vor langer Zeit schon genützt, um das Bier in den Brauereikellern zu kühlen. Daher entstand hier auch Kaltenhausen.“

Atemberaubende Sicht

Heute ist der Steig zum Gipfel des Kleinen Barmsteins sehr gut in Schuss. Oben auf dem Grat liegt der Grenzstein - links ist Deutschland, rechts Österreich, wenn man in Richtung Norden schaut. Der Ausblick auf Salzachtal, die Stadt Hallein, den Untersberg und viele andere markante Punkte ist atemberaubend.

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Markante Riesen bei Hallein

ORF-Redakteur Jörg Eisenberger hat mit Kameramann Kurt Lindner die Barmsteine bestiegen - für diese Story.