Dechantkögerl in Stuhlfelden

Für unsere Reihe „119 Plätze 119 Schätze“ hat die Gemeinde Stuhlfelden (Pinzgau) das Dechantkögerl als ihren schönsten Platz nominiert. Der Platz bzw. die Senke gilt als Naturjuwel und Kraftplatz.

Das Dechantkögerl ist eine abgelegene Senke 100 Meter über dem Ortszentrum von Stuhlfelden. Von der Senke aus blickt man über das Salzachtal und auf die umliegenden Gipfel des Nationalparks Hohe Tauern. Über einen Wiesenweg erreicht der Spaziergeher in zwanzig Minuten das Dechantkögerl. Die Senke gehört der Erzdiözese Salzburg. Der Name „Dechantkögerl“ leitet sich von der Pfarre Stuhlfelden ab – urkundlich wurde Stuhlfelden 936 erstmals als Dekanat erwähnt und umfasst elf Pfarren im Oberpinzgau.

119 Plätze, Dechantkögerl Stuhlfelden
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Das Dechantkögerl in Stuhlfelden ist für viele ein Kraftplatz

500 Jahre alter Ahornbaum als Kraftplatz

Herzstück des Dechantkögerls ist ein bis zu 500 Jahre alter Bergahorn. Aufzeichnungen zum Alter des Baumes gibt es allerdings nicht. Rund um den Ahornbaum hat sich ein besonderer Platz hervorgetan. So mancher Naturliebhaber beschreibt die Gegend als Kraftplatz. „Jedes Mal, wenn ich heraufkomme, lege ich meine Hand auf seine Rinde und bin für einen Moment still, schaue, dass ich den Baum spüre und werde ruhig“, sagte Gundi Egger, Mundartdichterin und Amtsleiterin in Stuhlfelden.

119 Plätze, Dechantkögerl Stuhlfelden
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500 Jahre soll der Bergahorn auf dem Dechantkögerl alt sein

1963 wurde am Dechantkögerl das 1.000-Jahr-Bestehen der Gemeinde Stuhlfelden gefeiert. Anlässlich des Jubiläums wurde die Brauchtumgsgruppe der Tresterer wieder gegründet. 2013 wurde am Dechantkögerl anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Schönperchten ein Trestererbankerl errichtet.

Perchtenbank symbolisiert Eigenschaften der Tresterer

Die Materialien Holz und schwarzes Blech symbolisieren dabei die Eigenschaften der Tresterer. „Blech und Holz stehen für hart und weich und das bezieht sich auf die Tresterer Sie drücken die Symbolik von schön und hässlich, hell und dunkel aus, die Kraft und Fruchtbarkeit für die Bauern“, sagte Peter Papp von den Stuhlfeldner Tresterern.

119 Plätze, Dechantkögerl Stuhlfelden
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Das Trestererbankler aus Holz und schwarzem Blech

Jährlicher Bittgang zur Waldkapelle hinauf

Der Weg zum Dechantkögerl führt an einer Waldkapelle vorbei. 1833 ließ eine Stuhlfeldner Bauerstochter als Dank für ihre Genesung die Kapelle errichten. Die Kleinkirche steht unter Denkmalschutz. Mit ihrem Schindeldach und der blauen Tür ist sie ein besonderer Blickfang. Jedes Jahr führt im Mai ein Bittgang mit einem Wettersegen für die Bauern zur Waldkapelle hinauf.

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