E wie Endoprothese

Bei Endoprothesen handelt es sich um einen künstlichen Gelenksersatz, der das kaputte Gelenk ersetzt und dauerhaft im Körper verbleibt. Endoprothesen kommen zum Einsatz, wenn keine anderen Behandlungen die Bewegungsschmerzen lindern und dadurch die Lebensqualität massiv eingeschränkt ist.

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„Salzburg heute“, 11.11.2016

Rund 16.000 künstliche Hüftgelenke werden pro Jahr in Österreich implantiert. Bei den Kniegelenken sind es etwa 10.000. Außerdem ist es möglich, das Schultergelenk, das Sprunggelenk, Finger- und andere Gelenke durch Endoprothesenzu ersetzen.

„Die Endoprothetik ist wohl die Erfolgsgeschichte der Orthopädie schlechthin“, sagt Hildebert Hutt, Facharzt für Orthopädie und Sporttraumatologie sowie ärztlicher Leiter der Reha im Medizinischen Zentrum Bad Vigaun.

Dr. Hildebert Hutt, Gesundheitszentrum Bad Vigaun
Wolfgang Bauer
Dr. Hildebert Hutt

Denn diese Operationen zählen zu den häufigsten geplanten Eingriffen in Österreich, vor allem die Implantation von künstlichen Hüft- und Kniegelenken sind längst Routineeingriffe geworden, so Hutt. Beide Gelenke werden übrigens zur Gänze oder teilweise durch ein künstliches Gelenk ersetzt.

Gründe für den Gelenkersatz

Ein künstliches Gelenk zieht man dann in Erwägung, wenn man mit konservativen Methoden die Schmerzen am Gelenk nicht mehr nachhaltig lindern kann. Diese Methoden bestehen in der Anwendung von Heilgymnastik, der Verabreichung von Wärme, Elektrotherapie und dergleichen mehr und sollten nach Ansicht HildebertHutts immer ausgeschöpft werden.

Prothesenteil
Bad Vigaun
Prothesenteil

„Aber wenn die Patienten trotz dieser Maßnahmen nicht mehr auf der Seite schlafen können, nachts aufwachen, regelmäßig Schmerztabletten nehmen müssen, dann sollte man eine Operation in Erwägung ziehen“, empfiehlt Hutt.

Warum es zur Abnützung kommt

Die Beschwerden werden durch den Verschleiß des Knorpels des betroffenen Gelenkes verursacht. Die Gründe dafür können vielfältig sein. „Es wird zum Beispiel diskutiert, ob der Gelenksknorpel den Belastungen aus genetischen Gründen nicht standhält“, so der Experte.

Röntgenbild Hüftprothese
Bad Vigaun
Röntgenbild Hüftprothese

Belastungen, die sich aufgrund der modernen Lebensweise für diverse Gelenke ergeben – zu wenig Bewegung, zu viel Sitzen, zu viel Körpergewicht. Aber auch Sportverletzungen oder Fehlstellungen wie X- oder O-Beine kommen als Ursache für die Abnützung von Gelenken in Frage.

Röntgen, Magnetresonanztomographie oder die Computertomographie zeigen nicht nur den Grad der Abnützung, sie bilden auch eine wesentliche Entscheidungshilfe für oder gegen eine Endoprothese. Denn obwohl ihre Implantierung als Routine-Eingriff gilt, handelt es sich doch um eine große Operation, die auch eine mehrwöchige Rehabilitation erforderlich macht.

Genau geplanter Routineeingriff

Entscheidet man sich für eine Operation, so wird der Eingriff genauestens geplant, die entsprechende Endoprothese wird exakt angepasst. Ihre Lebensdauer hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen.

„Nach zehn Jahren sind noch 97 Prozent der Patienten mit ihrer künstlichen Hüfte zufrieden. Nach 20 Jahren sind es immerhin noch 90 Prozent“, sagt Hutt. Bei den Kniegelenken seien die Zufriedenheitswerte um zwei bis drei Prozent niedriger.

Wieder mobil werden

Nach dem Aufenthalt in der Klinik ist eine mehrwöchige Phase der Rehabilitation nötig, damit die Patienten lernen, sich mit dem künstlichen Gelenk wieder schmerzfrei bewegen zu können.

Zahlreiche Reha-Maßnahmen wie Physiotherapie, Unterwassergymnastik, eine Gangschulung, Elektrotherapie und dergleichen tragen dazu bei, dass die Patienten wieder mobil werden. Und auch wieder Sport betreiben können.„Nach etwa einem halben Jahr dürfen die Patienten wieder all das machen, was sie vorher gut konnten“, sagt Hutt. Vermeiden sollte man allerdings allzu heftige Stoß- und Rüttelbewegungen.

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E wie Endoprothese

Bei Endoprothesen handelt es sich um einen künstlichen Gelenksersatz, der das kaputte Gelenk ersetzt und dauerhaft im Körper verbleibt.

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