S wie Stenose

Bei einer Stenose handelt es sich um eine Verengung des Wirbelkanals, die verschiedene Ursachen haben kann. Für die Behandlung dieser schmerzhaften Erkrankung stehen mehrere Möglichkeiten bis hin zu einer Operation zur Verfügung.

Ganz allgemein bedeutet der Begriff Stenose eine Verengung eines Hohlorgans oder von Blutgefäßen. Bekannt sind etwa Stenosen von Blutgefäßen, die zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können oder die Aortenstenose, also die Verengung der Hauptschlagader. Aber auch die Speiseröhre, der Darm oder Gallengang können verengt sein.

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„Salzburg heute“, 30.9.2016

Stenose bedeutet „Verengung“

Bei einer Verengung des Wirbelkanals – auch als spinale Stenose bezeichnet – kommen wichtige Strukturen des Organismus unter Druck, weil sie nicht genügend Platz haben. Der Wirbelkanal ist ja jener Hohlraum, durch den Nervenfasern sowie das Rückenmark verlaufen. Haben diese Strukturen zu wenig Platz, werden sie gedrückt, was zu Rückenschmerzen bzw. zu Schmerzen beim Gehen sowie beim Stehen führt. Von einer Stenose können alle Abschnitte der Wirbelsäule betroffen sein.

Hiertz
ORF
Dr. Helmut Hiertz, Facharzt für Neurochirurgie am Medizinischen Zentrum Bad Vigaun

Am häufigsten ist es der untere Bereich der Wirbelsäule, also die Lendenwirbelsäule, sagt Helmut Hiertz, Facharzt für Neurochirurgie am Medizinischen Zentrum Bad Vigaun.

„Ganz typisch sind Schmerzen, die vom unteren Bereich der Wirbelsäule bis in die Beine ausstrahlen“, so Hiertz. Die Schmerzen sind abhängig von der Körperhaltung, sie bessern sich beim Sitzen oder in gebückter Haltung.

Häufig leiden die Betroffenen auch unter einem Taubheitsgefühl, einer Schwäche in den Muskeln der Beine ist ebenfalls recht häufig anzutreffen. Manchmal ist auch die Entleerung der Blase gestört.

Mehrere Ursachen möglich

Für gewöhnlich ist im Wirbelkanal ausreichend Platz für das Rückenmark oder die Nervenfasern. Doch nach Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfällen können sie eingeengt werden. „Auch Osteoporose oder Abnützungen der Wirbelgelenke, die vor allem in höherem Alter auftreten, führen in vielen Fällen zu einem Platzmangel im Wirbelkanal. Ebenso verschiedene Verletzungen“, schildert Experte Hiertz.

Wirbelkanal am Skelett
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Da sich Knochengewebe in einem ständigen Umbauprozess befindet, kann es auch vorkommen, dass es zu im Wirbelkanal zu Knochenneubildungen und damit zur Verengung kommt. Das ist der Fall, wenn sich aufgrund einer Instabilität der Wirbelsäule die Wirbelkörper verschieben (was als Wirbelgleiten oder Skoliose bezeichnet wird) und der Organismus nun versucht, durch Neubildung von Knochen wieder mehr Stabilität in der Wirbelsäule zu erreichen.

Was auch immer eine spinale Stenose bewirkt: Eine gründliche Untersuchung mit bildgebenden Verfahren wie Röntgen und Kernspintomographie führen zu einer Diagnose.

Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

Eine Verengung des Wirbelkanals wird im Allgemeinen zunächst einmal konservativ behandelt, also mit Hilfe von Physiotherapie, Wärmetherapie, Heilgymnastik, Schmerzmedikamenten und dgl. Auch Infiltrationen, also das Einbringen von Schmerzmitteln oder von Kortison in die schmerzenden Areale unter Kontrolle durch bildgebende Verfahren, können Abhilfe schaffen.

„Wenn sich allerdings durch diese Maßnahmen keine Besserung einstellt oder wenn die Zeitspanne der Besserung nur kurz ausfällt, dann sollte man eine Operation in Erwägung ziehen“, empfiehlt Helmut Hiertz. Dabei kann man mit Hilfe mikrochirurgischer Verfahren den Wirbelkanal wieder erweitern. Bei Fehlstellungen der Wirbelsäule oder Instabilität ist auch eine Stabilisierung erforderlich.

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S wie Stenose

Die Stenose ist eine Verengung des Wirbelkanals. Die Erkrankung ist schmerzhaft. Behandelt wird das Leiden konservativ und operativ.

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