Keltensiedlung in Uttendorf

Wer waren die Kelten? Wie haben sie gelebt und gewohnt? Solche Fragen lassen sich am Besten in Uttendorf (Pinzgau) im originalgetreu nachgebauten Keltendorf auf dem Steinerbichl beantworten.

Zwischen Zell am See und Mittersill, im oberen Salzachtal liegt Uttendorf. Einen halben Kilometer westlich davon, wurde 1962 bei der Neuverlegung einer Wasserleitung zufällig ein hallstattzeitliches Gräberfeld entdeckt. Rund 700 Kelten aus der Zeit zwischen 750 und 600 v. Chr. sind hier bestattet. Bei der späteren Suche nach der dazu gehörenden Siedlung wurden die Archäologen am Steinerbichl (vulgo Stoanabichl) oberhalb von Uttendorf fündig.

Keltendorf Uttendorf
Franz Wallner

Bedeutende Siedlung aus der Bronzezeit

Sendungshinweis:

Salzburg heute, 29. Oktober 2015

Seit 1996 haben die Wissenschafter hier zahlreiche Fundstücke ausgegraben, die auf einen ausgedehnten Fernhandel der Kelten mit dem Mittelmeerraum und großen Reichtum der Siedlung durch Kupfererz hindeuten. An der Ostflanke des Steinerbichl gab es eine bronzezeitliche Steinwallanlage, dahinter fanden die Archäologen etliche Häusergrundrisse aus der frühen Bronzezeit (um 1800 v. Chr.) und aus der Hallstattzeit (um 750 v. Chr.), sowie bis in die Spätantike (ca. 4. und 5. Jahrhundert n. Chr.).

Keltendorf Uttendorf
Keltensiedlung am Stoanabichl

„Die Ursprünge unserer heutigen Kultur“

2001 haben engagierte Uttendorfer schließlich begonnen am originalen historischen Platz ein detailgetreues Keltendorf nachzubauen. Inzwischen ist daraus ein Erlebnismuseum geworden, das den Besuchern faszinierende Einblicke in die Welt der Kelten gibt. Auch keltische Werkzeuge und Alltagsgegenstände werden hier nach historischem Vorbild erzeugt und lassen Groß und Klein erahnen, wie sich das Dorfleben einst zugetragen haben könnte.

Keltendorf Uttendorf
Keltensiedlung am Stoanabichl

Die bewegte Geschichte der Kelten hautnah erleben

Die keltischen Bewohner des „Stoanabichl“ lebten vom Kupferbergau auf der Viertalalm in 1.600 Metern Seehöhe. Sie führten regen Tauschhandel mit dem begehrten Rohstoff und hatten Kontakte bis nach Oberitalien, Slowenien oder ins nördliche Alpenvorland.

Das rekonstruierte Keltendorf kann jederzeit auch individuell von außen besichtigt werden und ist am Besten zu Fuß über den „Schmetterlingslehrweg“ zu erreichen. Auf Anmeldung sind auch Führungen möglich. Das Dorf ist eine Oase der Ruhe im hektischen Alltag und lädt zum Verweilen aber auch zum Feiern großer Feste ein - haben doch unsere Feste wie Ostern oder Weihnachten keltische Wurzeln, sagt der Uttendorfer Bürgermeister Hannes Lerchbaumer.

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