Die Einsiedelei in Saalfelden

Seit über 350 Jahren wohnen Einsiedler hoch über der Stadt Saalfelden, in 1400 Metern Seehöhe, in einer kleinen Klause. Einst nur eine Felshöhle zu Ehren des Hl. Georg, Schutzpatron der Tiere, ist die Einsiedelei am Palfen heute ein beliebter Ausflugsort.

Ein Bauernsohn hat im 17. Jahrhundert eine Kapelle in den Felsen gebaut, darunter die kleine Behausung. Die Einsiedelei ist heute ein beliebter Ausflugsort von Einheimischen und Touristen. Nach 30 Minuten Gehzeit laden Bänke und Tische zum Verweilen ein, mit einem weitläufigen Ausblick auf Saalfelden und das Kitzsteinhorn.

Die Einsiedelei am Palfen über Saalfelden
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Viele nennen diesen Platz einen Kraftort, fernab des Trubels und der Hektik des Alltags. Neben Zeit zum Nachdenken suchen Besucher auch immer gerne das Gespräch mit Bruder Raimund von der Thannen, der die Klause als 32. Eremit bewohnt und betreut.

Klause ohne Wasser und Strom

Schon den zwölften Sommer ist er hier in der Einsiedelei. Die Wintermonate verbringt er in der warmen Stube im Benediktinerkloster St. Lambrecht in der Steiermark. Seine Behausung in der Klause ist klein, die Gänge sind eng, auch, dass es in der Einsiedelei kein fließendes Wasser gibt, keinen Strom gibt, macht ihm nichts aus.

„Da staunen auch manche Menschen. Da kommt ein Einsiedler heraus aus der Klause, den kann man auf den Kopf stellen, aus seinen Säcken fällt nichts heraus, es klimpert nichts! Ein paar Münzen hat er schon, aber eigentlich hat er nichts, schaut aber nicht viel unglücklicher aus als ich mit meinen 5.000 Euro Einkommen. Da fragen sie sich schon: Was ist das? Dann beginnen sie oft nachzudenken", erzählt ’Bruder Raimund.

Bruder Raimund von der Thannen in der Einsiedelei am Palfen
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Bruder Raimund von der Thannen in der Einsiedelei

Der 67-jährige gebürtige Vorarlberger weiß viel zu erzählen. Er legt seinen Besuchern aber auch die Bedeutung des Schweigens nahe, der inneren Einkehr und der Spiritualitä. Er ist zufrieden, weil er „Ja sagt zum Leben, so wie es ist“, wie er gerne erzählt.

Vom Pfarrer eingesetzt, vom Bürgermeister angelobt

Heutzutage werden die Eremiten am Palfen vom Saalfeldner Pfarrer eingesetzt und vom Bürgermeister angelobt. Der Einsiedler muss in der Lage sein, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten. Bruder Raimund verdient sich ein paar Euro, indem er Getränke an die Besucher verkauft. Besucher bringen ihm gerne selbstgemacht Marmelade oder auch Kuchen. In früheren Zeiten kümmerten sich die Klausner insbesondere während der Nacht um den Feuerwachdienst. Nahmen sie einen Brand wahr, läuteten sie mit der Glocke.

Anreise:

Die Einsiedelei ist heute sowohl vom Saalfeldner Ortsteil Bachwinkl, wo auch der Weg zur Peter Wiechenthaler Hütte beginnt, als auch (über den Fuchssteig, der aber Trittsicherheit erfordert) von der Bürgerau, ebenfalls ein Ortsteil von Saalfelden am Steinernen Meer, erreichbar. Die Gehzeit vom Ortsteil Bachwinkl beträgt ungefähr 30 Minuten. Der Fuchssteig führt von der Einsiedelei auf den Weg zur Steinalm, einem beliebten Ausflugsziel. In der Nähe der Einsiedelei befindet sich auch das Kühloch, eine Naturhöhle, die in der Bronzezeit benutzt wurde.

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Gottesdienste:

  • Sonntag, 19. April Sonntag 9.30h Georgifeier
  • Danach jeden 1. Samstag im Monat um 10h Gottesdienst
  • 7. Juni
  • 5. Juli
  • 2. August
  • 6. September und
  • 4. Oktober
  • Zu Weihnachten am 24.12. um 15h "Heilig Abend-Andacht

Zum Ausdrucken und Herunterladen:

Die Einsiedelei in Saalfelden

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