Stadt Salzburg bildet Vertrauensnachbarn aus

Der Magistrat der Landeshauptstadt bildet jetzt Freiwillige zu Vertrauensnachbarn aus. Sie sollen in größeren Siedlungen als Anlaufstelle bei Problemen und Bindeglied zu anderen Bewohnern sowie offiziellen Stellen fungieren.

Theresia Allmer ist nicht nur Bewohnerin der Wohnsiedlung im Stadtwerk in Salzburg-Lehen, sondern auch ausgebildete Vertrauensnachbarin. In ihrer Nachbarschaft ist sie erste Ansprechpartnerin bei Problemen oder auch Streit zwischen anderen Bewohnern. Auch alltägliche Ärgernisse wie Lärmbelästigung oder die Einsamkeit mancher Bewohner sind Themen bei ihren Besuchen im Nachbarschaftstreff der Siedlung. „Ich kann die Probleme zwar nicht lösen, aber sie weitergeben. Es ist auch wichtig, dass jemand da ist und zuhört“, sagt Allmer.

Zuhören und Vermitteln

Nach dem Zuhören kann Allmer auch Kontakt zu den richtigen Stellen herstellen. „Es gibt genug Ansprechpartner, ob die Polizei oder der Nachbarschaftstreff oder das Bewohnerservice oder die Stadtgemeinde“, sagt Allmer. Die Stadt Salzburg bereitet die freiwilligen und ehrenamtlichen Vertrauensnachbarn mit Kursen auf ihre Tätigkeit vor.

Mittlerweile hat der dritte Lehrgang begonnen, die Teilnehmer lernen unter anderem auch den richtigen Umgang mit psychisch beeinträchtigen Menschen in der Nachbarschaft. „Psychisch beeinträchtigte Menschen sind benachteiligt, sie fallen auf, ziehen sie zurück, haben Angst. Die Vertrauensnachbar einzuschulen ist wichtig, dass sie eine Brücke bauen“, sagt Manfred Stelzig vom Kuratorium für psychische Gesundheit.

Missverständnisse rechtzeitig ausräumen

Für die Stadt Salzburg sind Vertrauensnachbarn wichtig, um mitzubekommen, welche Probleme es in Wohnsiedlungen gibt. Bisher funktioniere die Zusammenarbeit sehr gut, sagt Andrea Hohenwarter vom Bewohnerservice der Stadt Salzburg. „Wir sind sehr zufrieden damit und treffen uns regelmäßig, drei bis vier Mal im Jahr. Die Vertrauensnachbarn erzählen aus ihrer Perspektive was in ihrer Siedlung gut und was schlecht läuft“, sagt Hohenwarter.

„Egal welche Sprache jemand spricht, jeder versteht ein Lachen und wenn man Hilfe anbietet. Dadurch lösen sich viele Probleme fast von alleine. Die größten Probleme sind Kommunikationsprobleme“, sagt Vertrauensnachbar Alfred Fürlinger und Missverständnisse frühzeitig auszuräumen, schließlich leben allein im Stadtwerk Lehen Menschen aus 14 verschiedenen Nationen.

Vertrauensnachbarn als Anlaufstelle

Speziell geschulte Nachbarn sind wichtige Bindeglieder zwischen allen Bewohnern einer Siedlung und halten Kontakt auch zu offiziellen Stellen.