Schauspielhaus: „Widerstand gegen Diktatur“

Mit einer Theaterversion von Orwells „1984“ macht das Schauspielhaus Salzburg jetzt auf die Problematik zunehmender Überwachung aufmerksam. Der Klassiker um Widerstand gegen eine Diktatur, ist dabei aktueller denn je.

Der Roman von George Orwell dreht sich um den Alltag einer allumfassenden Diktatur, die die Überwachung ihrer eigenen Bürger in den Mittelpunkt stellt. Konformismus und ständige Überwachung zählt mehr als eigenständiges Denken. Nur die Hauptfigur, Winston Smith, ist anders. Gibt den braven Beamten nur nach außen und schürt insgeheim revolutionäre Pläne gegen die Partei.

„Heute ist alles viel subversiver“

In Zeiten omnipräsenter sozialer Medien, denen viele sogar intimste Geheimnisse anvertrauen, ein überaus aktueller Stoff, den das Schauspielhaus auf die Bühne bringt. Im Gegensatz zu „Big Brother“, wie Orwell seinen alles kontrollierenden Staat nennt, scheinen die Menschen heute gläserner denn je. Heute ist alles viel subversiver. Wir haben eben keinen Diktator, der uns dazupeitscht, sondern wir machen es freiwillig, sagt Regisseurin Petra Schönwald. „Wir geben freiwillig alle Daten preis, wir lächeln immer und zeigen alles wo wir sind. Wir sind auf dem besten Weg dazu zu funktionieren, ohne dass uns jemand dazu prügelt“, sagt Schönwald.

1984 im Schauspielhaus

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Regisseurin verzichtet auf visuellen Vorschlaghammer

Trotz dieser besonderen Aktualität des Stoffes, verzichtet die Regisseurin großteils auf aktuelle politische Bezüge, ebenso wie auf den Einsatz von Smartphones und anderen modernen Mitteln zur Datensammlung. „Ich denke, dass sich der Zuschauer das selbst denken kann. Der Zuschauer hat die Freiheit, selbst zu sehen was er sehen will und ich muss nicht mit dem Vorschlaghammer irgendwelche Sachen zeigen“, sagt Schönwald.

1984 im Schauspielhaus

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Für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet

Smiths geheimer Widerstand bleibt im Stück nicht lange verborgen. Gemeinsam mit seiner großen Liebe, Julia, die seine revolutionären Gedanken teilt, wird er schließlich gefangengenommen. Unter Folter verraten sich die Liebenden gegenseitig. Schließlich fügen sich die Beiden wieder in den Alltag des Regimes ein. In diesem System ist Widerstand aussichtslos. Die Moral des Stückes ist, es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. „1984“ im Schauspielhaus Salzburg wird für Jugendliche ab 14 Jahren empfohlen und ist bis 25. Oktober zu sehen.

Romanklassiker auf der Bühne

Die Bühnenversion von George Orwells Roman 1984 hatte am Dienstag im Schauspielhaus Salzburg Premiere.