Zecken gefährlicher als vermutet

Zecken haben wieder Hochsaison. Jede Dritte trägt Viren oder Bakterien in sich, die Menschen oder Säugetiere krank machen – deutlich mehr als bisher angenommen. Das zeigt eine Studie der Medizinischen Universität Wien.

Insgesamt 500 Zecken haben die Wiener Forscher in ganz Österreich gesammelt. Die Salzburger Proben stammen aus Goldegg (Pongau), Adnet (Tennengau) und Neumarkt am Wallersee (Flachgau). Sie zeigen: Jede dritte Zecke ist Träger gefährlicher Mikroben.

Auch Mehrfachinfektionen pro Zeckenbiss

Salzburg liegt damit im österreichischen Mittelfeld, sagt Mikrobiologin Anna-Margarita Schötta: „Es kann auch sein, dass eine Zecke vier verschiedene Arten von Borelien in sich hat. Es ist häufig vorgekommen, dass mehr als ein Krankheitserreger in einer Zecke war.“

Zecke auf Handrücken

APA/NOVARTIS VACCINES

Zecken übertragen auch noch andere Bakterien, die jeweils nach ihren Entdeckern benannt sind: Rickettsien, Babesien oder Neoehrlichien. Diese können aber nur besonders immungeschwächten Menschen gefährlich werden. Sie verursachen zum Beispiel hohes Fieber.

Borreliose neben FSME sehr gefährlich

Gegen Borreliose kann man sich auch schützen. Das geht aber nur, wenn die Zecke gar nicht zum Saugen kommt. Wird man dennoch von einer angebohrt, dann können Antibiotika helfen – wenn die Ansteckung frühzeitig erkannt wird. Die Gehirnhautentzündung FSME basiert dagegen auf einem Virus, gegen den man sich durch Impfung schützen kann. In Salzburg gibt es heuer schon zwei Kranke. Hochrisikogebiete sind nördlicher Flachgau, Lammertal (Tennengau), Gasteiner Tal (Pongau) und die Gegend um Tamsweg (Lungau).

Gefährlicher als angenommen

ORF-Redakteurin Katharina Garzuly hat sich auf die Jagd nach Zecken gemacht.

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