Festspiele: Schaden für Schlussstrich mit Pereira

Der Vertrag mit Festspielintendant Alexander Pereira werde über das Jahr 2016 hinaus keinesfalls verlängert: Das sagte nun Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ). In der jüngsten Sitzung des Festspielkuratoriums soll es wieder dicke Luft gegeben haben.

Bürgermeister HEinz SChaden SPÖ

Barbara Gindl

Schaden

Schaden schlug in seiner Funktion als Kurator der Salzburger Festspiele am Donnerstag im Gespräch mit der APA einen raueren Ton gegenüber dem Festspielintendanten an. Pereira hatte laut Schaden am Mittwoch im Kuratorium um Verlängerung seines Vertrages angefragt. Schaden sagte dazu: „Ich schließe aus, dass dieses Kuratorium den Vertrag für Pereira über 2016 hinaus verlängern wird.“

Hinweis auf baldige Wahl

Der Kurator und Bürgermeister wies darauf hin, dass alle Kuratoren in naher Zukunft Wahlen zu schlagen hätten und daher auch bald abgelöst sein könnten. „Natürlich ist das Nein der Kuratoren, Pereiras Vertrag jetzt zu verlängern, auch der Grund, warum der Intendant bereits in seinem zweiten Salzburger Jahr nach Mailand schielt“, so Schaden.

„Aber ich muss Pereira daran erinnern, dass eine derartige ‚Nebenbeschäftigung‘ wie Planungsarbeiten für die Scala in seinem Dienstvertrag explizit und eindeutig ausgeschlossen sind“, so Schaden weiter: „Das würde das Kuratorium nie und nimmer dulden.“

Weiter Kritik an Pereiras Budgetplanung

Verärgert ist der Bürgermeister auch, weil Pereira Vorgaben des Kuratoriums nach Ansicht Schadens nicht ernst genug nimmt: „Pereira hat immer gesagt, 2013 sei ein Ausnahmejahr wegen der Jubiläen von Verdi und Wagner. Zwar liegt das Budget für 2014 noch nicht vor, aber inhaltlich und quantitativ kann da vom versprochenen und vereinbarten Zurückfahren keine Rede sein“, so Schaden: „Das Vertrauen, was Zusagen des Intendanten betrifft, ist daher am Ende.“

Das Kuratorium habe Pereira daher angewiesen, „zwei szenische Opern-Neuproduktionen für 2014 weniger zu planen, um das mit dem weiteren Wachstum verbundene finanzielle Risiko einzudämmen,“ so die Formulierung im Sitzungsprotokoll der jüngsten Sitzung des Kuratoriums.

„Kostenlimit von 60 Mio. gilt weiter“

Zum aktuellen Konflikt um das Budget 2013 erneuerte Schaden seine Feststellung, dass das vereinbarte Kostenlimit von 60 Mio. Euro gültig bleibe, und verwies auf den Bericht der internen Revision der Festspiele, in dem es heißt: „Der vorliegende Haushaltsplan birgt ein Risikopotenzial in einem Ausmaß, dass eine Zustimmung nicht empfohlen werden kann.“

Neues Rechenmodell akzeptiert

Allerdings habe das Kuratorium am Mittwoch das budgetäre Einrechnen des Festspielballs, der Auflösung des Festspielhäusererhaltungsvereins, der neuen Umsatzsteuerverrechnung sowie des Kinderprogramms akzeptiert.

Somit ergibt sich ein neues und genehmigtes Budget von 62 Mio. Euro. Nicht genehmigt wurden hingegen die Mehrausgaben des Direktoriums für andere Teile des Programms in der Höhe von 2,3 Mio. „64,3 Mio. Gesamtbudget wurden explizit abgelehnt. Das Direktorium muss die fehlenden 2,3 Mio. Euro selbst auftreiben“, so Schaden. „Wenn dies nicht gelingt, dann verringert sich das Budget 2014 um den entsprechenden Betrag. In Zukunft wollen wir ohnehin keine Überschreitungen und wünschen wir uns, so wie in all den vergangenen Jahren üblich, wieder eine Rücklagenbildung.“

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