Kulturwanderung zum Kapuzinerberg

In dieser Woche entführen wir Sie auf den legendären Kapuzinerberg in der Stadt Salzburg. Lisa Santner ist mit dem neuen Stadtförster Manuel Kapeller und Waldpfleger Josef Brawisch unterwegs auf dem Hausberg der Salzburger.

Kapuzinerberg Salzburg Altstadt
salzburg-altstadt.at
Kapuzinerberg gegen Osten, vom Mönchsberg gesehen

Eine anspruchsvolle, aber nicht zu lange Bergwanderung mitten in einer Stadt? Das geht auch im Zentrum von Salzburg besonders gut. Etwa 220 Höhenmeter sind es bis zum Gipfelplateau. Und für die Wanderung entlang des Basteiweges sollte man sich schon eineinhalb bis zwei Stunden Zeit nehmen. Dafür wird man ständig mit neuen Ausblicken auf die Altstadt, ihre Kuppeln und Dächer belohnt.

Zweig-Villa hieß früher Hermes-Villa

Auf dem Stefan-Zweig-Weg kommt man auch am „Paschinger Schlössl“ vorbei. Zu Mozarts Zeiten hieß das unter Denkmalschutz stehende Schlössl noch Hermes-Villa. Durch seinen berühmtesten Besitzer, den Dichter Stefan Zweig, nennt man sie einfach „Zweig-Villa“. Gleich gegenüber ist das Kapuzinerkloster, der Namensgeber für den schon seit der Keltenzeit besiedelten Berg.

Bildergalerie:

Aus Imberg wurde Kapuzinerberg

1599 bezogen Mönche aus Italien das Trompeterschlössl und bauten für ihr Kloster einem Wehrbau aus dem Mittelalter um. In dieser Zeit ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich auch einen besseren Weg auf den Berg errichten, um die Zufahrt zum künftigen Kapuzinerkloster schon während der Bauzeit zu erleichtern.
Der ursprüngliche Name des Berges war Imberg woran heute noch die Imbergstraße und die Imbergstiege erinnern.

Sendungshinweis: „Da bin i dahoam“, Sonntag, 2. April 2017. 7.00 bis 8.00 Uhr

Schöne Aussichten

Unterhalb des Kapuzinerklosters liegen die Wehranlagen mit den Aussichtsterrassen der Hettwer-Bastei. Auch an der bei der „Bayerischen Aussicht“ , die man vom Kloster aus über eine Abzweigung des Stefan-Zweig-Wegs durch einen Buchenwald erreicht, lohnt sich der Blick über die Altstadt und die beiden anderen Stadtberge am linken Altstadtufer mit Festungsberg und Mönchsberg.

Gut befestigt

Das Franziski-Schlössl gleich unter dem Plateau ist ein weiterer Wehrbau, der in die ca. drei Kilometer lange, massive Festungsmauer integriert ist. Während des Dreißigjährigen Krieges bezog Erzbischof Paris Lodron 1629 bis 1632 den gesamten Berg ins Verteidigungskonzept der Stadt ein.

Heute wird es als kleines Gasthaus geführt - bewirtschaftet von Mittwoch bis Sonntag. Im schmucken Franziski-Schlössl kann man sich noch stärken für die nächste Runde. Und vielleicht begegnet man auf dem weiteren Spazierweg auch den Gämsen, die auf dem Stadtberg seit den 1940er-Jahren heimisch sind.

Seltene Pflanzen

Der größte Teil des Waldes wird am Kapuzinerberg von Rotbuchen bedeckt. Hier findet eine Orchideenart, das Langblättrige Waldvögelein und das Alpenveilchen ideale Bedingungen.

Auf dem warmen Südhang des Kapuzinerberges gedeihen Stieleichen, Winterlinden, Esche und Bergahorn. An sonnigen Stellen findet man noch den Färberginster. In den kühlen Felswänden im Norden gedeihen einige Alpenpflanzen, die sonst nur in Höhen über 1.600 Metern vorkommen. Eine der bekanntesten ist die behaarte Almrose. Und in manchen Felsritzen gedeiht das orangefarbene Alpen-Aurikel.

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