SALK-Mitarbeiter sollen Rauchpausen einarbeiten

In den Salzburger Landeskliniken (SALK) sollen sich Raucher in Zukunft für ihre Rauchpause abmelden. Arbeitszeit, die durch die Zigarettenpause verloren geht, soll dadurch hereingearbeitet werden. Rechtlich ist das möglich.

Jedes Mal, wenn sich ein Mitarbeiter der SALK eine Zigarette anzündet, dann soll er die Arbeitszeit durch an- bzw. abmelden unterbrechen. Betroffen wären davon mehr als 6.300 Mitarbeiter der Salzburger Landeskliniken mit den Spitälern in Tamsweg (Lungau), Sankt Veit im Pongau, Hallein (Tennengau), der Christian-Doppler-Klinik und dem Universitätsklinikum LKH in der Stadt Salzburg. „Diejenigen, die nicht rauchen, die sitzen und arbeiten oder ihre Tätigkeiten verrichten. Wie kommen die dazu, dass die anderen rauchen gehen, und sie müssen arbeiten?“ begründete SALK-Geschäftsführer Paul Sungler den Vorschlag.

SALK Raucherinsel; Rauchen SALK; Salzburger Landesklinikum
ORF/ Peter Obermüller
Künftig könnten SALK-Mitarbeiter sich für Rauchpausen an- und abmelden müssen

Betriebsrat befürchtet „Ausspielen“ von Mitarbeitern

Angestelltenbetriebsrat Markus Pitterka vertritt mehr als 4.000 Kolleginnen und Kollegen am Krankenhausstandort in der Stadt Salzburg. Er befürchtete durch diese Regelung ein „Ausspielen“ von Rauchern und Nichtrauchern. „So etwas regt mich auf - da gibt es die Gefahr, dass durch dieses Ausspielen der Firmenfriede und der soziale Friede gefährdet ist. Nichtraucher nehmen sich ihre Zeit der Entspannung heraus mit Dingen, die sie entspannt - und das ist ihnen nicht aufzurechnen. Genauso ist es Rauchern nicht aufzurechnen, wenn sie zur Entspannung eine Zigarette rauchen“, meinte Pitterka.

Raucherinsel SALK
ORF
Auf dem Klinikgelände darf nur in den dafür gekennzeichneten Raucherbereichen geraucht werden

Zustimmung des Betriebsrates nötig

Die Zustimmung des Betriebsrates ist für diese Arbeitszeitunterbrechung notwendig, die Regelung muss in einer Betriebsvereinbarung geregelt sein. Sungler war zuversichtlich, dass sein Vorhaben umgesetzt werde. „Es ist mein Wunsch, dass ich es in den nächsten Jahren so umsetzen kann.“

Mitarbeiter: „Nichtrauchen deswegen kein Thema“

Unter den Mitarbeitern sorgt das „Ausstempeln“ für die Rauchpause für Diskussionen. „Wenn wir ausstempeln müssen, dann ist das eben so. Aber aufhören werde ich nicht, nur weil das mein Chef möchte“, sagte etwa eine Mitarbeiterin. Eine andere meinte, dass so eine Regelung gerechtfertigt sei: „Für mich ist das ok.“ Es störe sie, weil andere Mitarbeiter, die nicht rauchen, auch ihre Pause machen, sagte eine andere: „Ich halte nichts davon - es kann sich jeder eine kleine Pause gönnen - die Raucher und die Nichtraucher.“ Er sei nicht für „länger arbeiten“, meinte ein anderer Klinikmitarbeiter.

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