Hitze bremst Sonnenstrom

Der Hitzesommer brachte für die Eigentümer von Photovoltaikanlagen einen Wermutstropfen: Bei hohen Temperaturen arbeiten die Module schlechter. Die vielen Sonnenstunden glichen das aber aus, heißt es aus der Branche.

Brütend heiße Luft ist genau das Problem: Wenn die Umgebungstemperatur hoch ist, dann wandeln die Module weniger Sonnenenergie in elektrische Energie um. Heidi Rest-Hinterseer von der Ökostrombörse sagt, der Ertrag der Anlagen sei ab 25 Grad Celsius pro zusätzlichem Grad ein halbes Prozent geringer. Die Silizium-Module sind noch dazu dunkel und heizen sich extrem schnell auf: „Private Betreiber sehen auf ihrem Überwachungssystem, dass der Ertrag gar nicht so hoch ist, wie er vielleicht ausfallen könnte.“

Besitzer und Betreiber solcher Anlagen konnten heuer zwar deutlich mehr Strom ernten als im verregneten Vorjahr - allerdings lange nicht so viel wie 2011. Damals war der Sommer kühl, aber die Sonnenstunden ausreichend. Und die Module arbeiteten optimal.

Bundesverband widerspricht: Sehr guter Sommer

Hans Kronberger vom Bundesverband Photovoltaic widerspricht aber: Die Leistungseinbußen der Solarmodule durch die Hitze seien durch die längere Sonneneinstrahlung heuer „mehr als ausgeglichen“ worden.

Der Sommer 2015 sei ein gutes Jahr für Photovoltaik-Anlagen gewesen, so Kronberger: So seien etwa beim SolarCampus der Energie AG Oberösterreich in Eberstalzell im Juli 173.000 Kilowattstunden Stromerzeugung gemessen worden - im Vorjahr waren es im Juli 149.000 Kilowattstunden. Im August lieferte diese Anlage trotz der Hitze um ein Drittel mehr als im August davor - 166.000 Kilowattstunden.

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