Hoffnung bei Rettung von Wirtshäusern

In immer mehr Gemeinden fehlen Gasthäuser. In Göming (Flachgau) wurde die Ansiedlung eines neuen Wirtes kommunalpolitisch unterstützt – durch Renovierung eines alten Bauernhauses. An vielen anderen Orten geht das Sterben der Gastronomie weiter. Was kann man tun?

In Lamprechtshausen steht nun auch das Wirtshaus von Herta Wörndl leer. Es dient nur noch als Wohnhaus: „Das Geschäft ging nicht schlecht. Aber ich bin in Pension gegangen. Und die Jungen haben sich bei der vielen Arbeit zu wenig Verdienst gesehen.“

China-Restaurant, Pizzeria und Gasthof Stadler

Zwei Jahre ist das Ende des Lamprechtshausener Wirtshauses nun her. In der Gemeinde gibt es nun noch das Traditionsgasthaus Stadler, wie Bürgermeister Johann Griessner (ÖVP) betont: „Dort wird noch eine eigene Metzgerei betrieben - mit weiterhin guter Hausmannskost.“ Daneben bietet Lamprechtshausen ein China-Restaurant und eine Pizzeria. In einigen Gemeinden der Region an Salzach und Inn und anderen Regionen Salzburgs fehlen Wirtshäuser aber mittlerweile komplett.

Neues Modellprojekt in Göming

neues Wirtshaus in göming
ORF
In Göming wurde ein 300 Jahre altes Bauernhaus abgebaut, adaptiert, renoviert und als neues Gasthaus beim Zentrum wieder aufgebaut

Die Gemeindepolitik von Göming mit 730 Einwohnern wollte nicht mehr tatenlos zuschauen. Nach 30 Jahren ohne Dorfwirt hat der Bürgermeister die Sache selbst in die Hand genommen. Ein 300 Jahre altes Bauernhaus wurde abgetragen und 700 Meter entfernt wieder aufgebaut - zentral im Ort: „Unser Wirtshaus ist schon ein neues Aushängeschild für die Gemeinde. Und die Leute, die von auswärts herkommen, die finden es toll, dass man zu Fuß vom Zentrum zu einem Gasthaus gehen kann.“

Anita Moser vom Salzburger Bildungswerk kümmert sich um Gemeinden. Sie hilft bei der Belebung der Zentren mit. Ein Wirtshaus sei dabei sehr wichtig: „Ein Wirtshaus ist ja nicht nur ein Ort für gutes Essen und Trinken. Es ist ein Ort der Begegnung und Kommunikation.“

730.000 war es der Gemeinde wert

Die Göminger freut es sehr, dass sie wieder ihren eigenen Treffpunkt und Dorfwirt haben. 730.000 Euro hat die Gemeinde das Projekt gekostet. Die Wirtsleute kamen so zu einem schönen Pacht-Lokal, die Gäste zu guten Schnitzeln und die Gemeindebürger zu einem sozialen Zentrum.

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