Beschwerden über Residenzplatz-Schotter

Nicht einmal zwei Wochen ist die Neugestaltung des Residenzplatzes in der Stadt Salzburg alt, und schon gibt es erste Beschwerden der Anrainer und Geschäftsleute. Der Belag stinke, außerdem sei der Großteil des Schotters schon wieder verschwunden.

Die Kritik an dem rund Viereinhalb-Millionen-Euro-Projekt ist der zuständigen Baustadträtin Martina Berthold von der grünen Bürgerliste bekannt. Kunden, die sich über den Gestank beschweren, ein Belag, auf dem sich bei Regen große Wasserlacken bilden, außerdem sei der Schotter nach den ersten beiden Wochen schon wieder verschwunden - das ärgert Anrainer und Geschäftsleute des Residenzplatzes.

Residenzplatz

ORF/Gunzer

Der neu sanierte Residenzplatz vom Glockenspiel aus

Eine von ihnen ist Katharina Baumgartner-Nedwed: „Das Hauptproblem ist dieser furchtbare Gestank. An Lüften ist momentan nicht zu denken. Nach einem einzigen Regenguss und einer Veranstaltung ist der Belag, die oberste Schicht, weg.“

Belag aus Spitzwegerichsamen

Die zuständige Baustadträtin Berthold von den Grünen kennt diese Kritik - der Grund für den Gestand: ein pflanzliches Bindemittel. „Das sind gemahlene Samen von einem Spitzwegerich. Das muss sich setzen. Nach zwei, drei Wochen wird sich der Geruch verflüchtigen. Nach jeder großen Veranstaltung wird der Schotter neu aufgetragen.“

Berthold: „Pflasterung war nicht möglich“

Mitarbeiter des Bauhofs übernehmen diese Arbeit. Berthold steht zum Schotter auf dem Residenzplatz - eine Pflasterung wäre auch nach Auflagen des Bundesdenkmalamtes nicht möglich gewesen, so die zuständige Stadträtin.

Seit 20 Jahren Debatte über Gestaltung

Die jetzige Variante der Pflasterung ist das Ergebnis einer fast zwei Jahrzehnte dauernden Debatte über den Residenzplatz. Der Salzburger Gemeinderat hat die Sanierung ursprünglich schon im Jahr 2001 beschlossen. Zahlreiche Probeflächen und Entwürfe wurden diskutiert. Keine Variante stieß auf besonders viel Gegenliebe. Am weitesten fortgeschritten war der Versuch, den Platz komplett zu betonieren.

Die in den Beton eingearbeiteten Flusssteine brachen aber in kürzester Zeit wieder heraus. Das Projekt wurde abgesagt – auch weil das Aussehen höchst umstritten war. Nach jahrelangen Debatten wurde die Sanierung nun vor Kurzem abgeschlossen - und schon wird wieder diskutiert.

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