Drittes Geschlecht amtlich akzeptiert

„Offen“ und „Diverses“ - diese Eintragungen in amtlichen Dokumenten sind ab sofort möglich, wenn es um das Geschlecht eines Menschen geht. In Hallein (Tennengau) wurden Standesbeamte aus ganz Salzburg für die Neuerung geschult.

Feature drittes Geschlecht

picturedesk.com/dpa/Jan Woitas

Künftig haben Eltern eines Kindes und Standesbeamte eine etwas größere Auswahl

In Salzburg habe es bereits eine erste Eintragung des dritten Geschlechts gegeben, teilen die Behörden mit. Der biologische Fachausdruck für Menschen, die bei der Geburt keine eindeutigen Geschlechtsmerkmale aufweisen, lautet „Hermaphrodit“, die politisch korrekte Bezeichnung „intergeschlechtlich.“

Laut Statistik kommt eines von 4.000 Kindern so zur Welt. Bisher wurde mit verschiedenen Untersuchungen und Gen-Analysen ein Geschlecht zugewiesen und dann in die amtliche Geburtsurkunde eingetragen.

Bundesweit rund 70 Geburten jährlich

Künftig muss das Geschlecht bei Fällen, die nicht eindeutig sind, gar nicht mehr benannt werden, sagt Stefan Fuchs, Leiter des Standesamtes und der Staatsbürgerschaftsevidenz in der Stadt Salzburg: „Bei der Geburt ist es möglich, kein Geschlecht einzutragen. Es gibt in Österreich rund 70 Geburten, wo beim Kind kein Geschlecht feststellbar ist.“

Auch bei Erwachsenen ist die Eintragung eines dritten Geschlechtes ab sofort möglich. Und das sei heuer auch schon in der Stadt Salzburg geschehen, so Fuchs: „Wir können jetzt für Personen, die sich keinem Geschlecht zugehörig fühlen, auch das Geschlecht `Divers“ eintragen. Das geht jedoch nur mit einem medizinischen Gutachten und auf Antrag.“

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