„Nie ohne Training in Klettersteige“

Wer auf Klettersteigen unterwegs sein will, sollte im Vorfeld an Ausbildungskursen teilnehmen, fordern Bergrettungsleute. Viele Klettersteige würden von Anfängern überlaufen, und oft gebe es sehr gefährliche Situationen.

Pro Saison müssen in Salzburg im Schnitt 70 Menschen aus Klettersteigen gerettet werden. Vielen fehle es an Vorbereitung und Wissen, heißt es bei den Einsatzkräften.

Seit vielen Jahren fordern sie, dass Anfänger an Ausbildungskursen der Alpinschulen teilnehmen. Der Rauriser Wolfgang Rohrmoser ist hauptberuflich Bergführer und ehrenamtlich ein Bergretter. Er lehrt interessierten Menschen das richtige Verhalten in künstlich angelegten und mit viel Stahl abgesicherten Klettersteigen.

Klettersteig Königsjodler Klettersteiggeher Via Ferrata

Bergrettung Salzburg / Josef Schiefer

Massenansturm auf dem hochalpinen Königsjodler. Hier gab es schon einige Tote und viele schwierige Rettungseinsätze für Verletzte und Unterkühlte

Das klassische Felsklettern ist eine völlig andere Sportart, die ohne solides Training ohnehin kaum ausgeübt werden kann. Bei technischen Klettersteigen ist das anders. Da kaufen sich viele nur die Ausrüstung und legen los.

Ohne Grundtechnik schwindet Kraft schnell

Zum Standard gehören die passende Umgang mit der Ausrüstung - und eine solide und kraftsparende Grundtechnik bei der Fortbewegung auf Trittleitern, in Stahlseilgeländern und auf anderen technischen Anlagen von Klettersteigen. Rohrmoser sagt, viele Leute hätten Probleme mit der Kondition: „Das geht einher mit der Technik. Wer nicht gelernt hat, sich kraftsparend im Steilgelände zu bewegen, dann geht einem da gleich einmal das Gas aus.“

Eine verpflichtende Ausbildung für Klettersteige würden Teilnehmern wesentlich mehr Sicherheit in den Bergen geben, sagt die Klettersteiggeherin Andrea Rohrmoser: „Man sollte sich bei jeder Sportart eine Basis schaffen. Man kann sehr viel Kraft sparen, wenn man einmal gesehen hat, wie es richtig geht.“

Klettersteig

Österreichischer Alpenverein

Viele steilere Passagen lassen sich nur mit passender Arm- und Beintechnik meistern

Klettersteige als gefährlicher Massensport?

Durch die leichte Erreichbarkeit und die häufig mit hohen Schwierigkeiten gebauten Steige werde die Gefahr aber sehr oft unterschätzt: „Klettersteige in Talnähe sehen oft sehr einfach aus. Man geht ein paar Minuten hin und unterschätzt die Anforderungen. Bei hochalpinen Klettersteigen wie dem Königsjodler auf dem Hochkönig ist es noch wichtiger, sich besonders gut vorzubereiten.“

Pflicht zur Ausbildung, gute Tourenplanung und die richtige Selbsteinschätzung wären die besten Grundlagen für eine gesunde Heimkehr, sagen die Fachleute.

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