Beethovens „Fidelio“ spaltet Publikum

Eine Inszenierung, die das Publikum spaltet: Beethovens „Fidelio“ missfiel am Dienstag bei der Premiere einem Großteil des Publikums. Regisseur Claus Guth wurde mit Buhrufen empfangen. Gefeiert wurden hingegen Sänger und Orchester.

Fidelio Oper

Salzburger Festspiele/Monika Rittershaus

Szene aus Beethovens Fidelio

Franz Welser-Möst und die Wiener Philharmoniker waren der eigentliche Motor dieser Oper. Beethovens Musik schöpfte aus all den Nuancen zwischen temperamentvoll und spannend, aber auch voll Gefühl und Farbenreichtum. Vor allem die dritte Leonoren-Ouvertüre wurde zu einem Herzstück der Aufführung.

Auf realistische Szenen verzichtet

Gefeiert wurden aber auch Jonas Kaufmann und Adrianne Pieczonka als liebende Gattin Leonore. Regisseur Claus Guth verzichtete auf Kerker und Ketten und ließ in einem weißen Raum spielen, den ein schwarzer Quader teilte.

Es gab keine realistischen Szenen, wohl aber schöne Bilder mit raffiniert geleuchteten Schatten. Die Gefangenen erschienen gespensterhaft in weißen Anzügen. Letztlich ist Florestan nicht zu retten, der Gefangene ist wohl zu stark geschädigt, um nach der Befreiung ein glücklicher Mensch zu sein und ins Leben zurückzukehren.

Fidelio Oper

Salzburger Festspiele/Monika Rittershaus

Eva Halus, ORF Salzburg

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