Anklage fertig: Richter kaufte Kinderpornos

Die Anklage gegen einen mutmaßlich pädophilen Salzburger Richter ist fertig. Er soll kinderpornografisches Material im Internet gekauft und angesehen haben. Der Verdächtige war auch mit Jugendstrafsachen befasst.

Den gesamten Akt aus Salzburg haben Polizei und Justiz in Linz übernommen, um Ermittlungen ohne persönliche Befangenheiten zu garantieren. Die Ermittlungen hatte die Linzer Polizei geführt. Auch die Anklage wurde nun in Linz erstellt. Die Verhandlung soll am Landesgericht Steyr stattfinden, entschied der Präsident des Oberlandesgerichtes Linz, Alois Jung.

Denn alle Ermittler, Richter und Staatsanwaltälte in Salzburg kennen den betroffenen Richter und erklärten sich deshalb für befangen.

Internet-Razzia durch Spezialermittler

Der Angeklagte habe Kinderpornos aus dem Internet gekauft und auf seinem Rechner gespeichert, so die Staatsanwaltschaft. Bei einer Internet-Razzia waren Spezialermittler auf seine Schliche gekommen, über die Registrier-Nummer seines Computers auf dieser Kinderporno-Seite.

„Auf Urlaub“ klebt an seiner Tür

Doch der Salzburger Richter ist nicht der einzige, der aufflog. Angeblich wird gegen mehr als 100 Kinderporno-Konsumenten ermittelt, darunter auch noch andere Salzburger. Der Jugendrichter wurde beim Bekanntwerden der Vorwürfe suspendiert - an seiner Tür im Landesgericht klebt nun das Schild „Auf Urlaub“.

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Auf den Besitz und Erwerb von kinderpornographischen Darstellungen stehen bis zu zwei Jahre Gefängnis. Wenn die im Fall des Richters tatsächlich verhängte Strafe ein Jahr übersteigen sollte, verliert er seinen Job als Beamter. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.