Im Lungau wird wieder nach Gold gesucht

Ein britisches Unternehmen lässt derzeit in Muhr (Lungau) Gold-Probebohrungen durchführen. Das Unternehmen will herausfinden, ob sich der Goldabbau finanziell rentieren würde. Schon im Mittelalter wurde in Muhr nach Gold geschürft.

Das Goldfieber ist zurück - auch in Salzburg. In der Finanzkrise halten viele Anleger das Edelmetall für die letzte Zuflucht. Der Goldpreis ist zwar zuletzt wieder gesunken, liegt aber immer noch auf Rekorhöhe. Aus diesem Grund führt die britische Explorationsfirma Noricum Gold AT bei der alten Arsenlagerstätte Rotgülden im Gemeindegebiet von Muhr Goldbohrungen durch. Noricum besitzt die Schürfrechte für dieses Gebiet - hier wurde im Mittelalter schon einmal Gold abgebaut. Die britische Firma will nun prüfen, ob sich der Abbau wirtschaftlich rentieren könnte.

Montangeologe und Goldsucher Werner Paar im Interview.

ORF

Tauerngoldexperte Werner Paar

Der Salzburger Montangeologe und Tauerngoldexperte Werner Paar ist Projektleiter der Probebohrung. Er schildert: „Wir haben bis jetzt vier Anläufe genommen und diese vier Anläufe haben recht gute Resultate gebracht. Wir sind aber nicht weitergekommen, weil der Goldpreis einfach zu niedrig war. Jetzt hat der Goldpreis ein historisches Hoch erreicht und wir sind sehr zuversichtlich. Mit den bisher vorhandenen Resultaten können wir den Abbau zwar noch nicht voraussagen, aber wir sind ihm schon ein schönes Stück näher gekommen.“

In 300 Metern Tiefe wird nun nach Gold gebohrt. In Irland soll dann geprüft werden, ob genug Goldgehalt in den Bohrkernen ist. Jeremy Whybrow, der Direktor der Explorationsfirma Noricum Gold AT, zeigt sich zuversichtlich: "Wir glauben, dass da genug Gold drinnen ist. Wir werden auf alle Fälle weiterbohren. Es ist schwer zu sagen, wie hoch der Goldgehalt genau ist - in diesem Stück ist ein bisschen mehr drin, in jenem weniger.

In den kommenden zwei Jahren sollen noch weitere Probebohrungen in Muhr durchgeführt werden, um die Verteilung des Goldes im Gestein besser festzustellen. „Wir würden uns freuen, wenn wir zumindest einmal eine Reserve von 250.000 Unzen Gold nachweisen könnten“, sagt Montangeologe Werner Paar. Eine Unze Gold sind 31 Gramm. 250.000 Unzen oder 7,5 Tonnen Gold wären im Moment fast eine halbe Milliarde Dollar wert. Ob es zu einem Abbau in der Nähe des Rotgüldensees kommt, ist aber noch offen.

Probebohrungen nach Gold in Muhr im Lungau.

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In 300 Metern Tiefe wird nach Gold gebohrt.