Residenzplatz: Streit über Pflasterung eskaliert

Der Streit über die geplante Pflasterung des Residenzplatzes in der Stadt Salzburg spitzt sich zu. Die Stadt hat bis 6. Oktober Zeit, die Probefläche mit Betonplatten zu entfernen. Wenn nicht, unternimmt das Denkmalamt rechtliche Schritte.

Der Salzburger Residenzplatz

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Residenzplatz in der Stadt Salzburg

Das kündigt nun Ronald Gobiet an, Chef des Bundesdenkmalamtes in Salzburg. Die probeweise verlegten Betonplatten seien ein widerrechtlicher Eingriff in den denkmalgeschützten Platz.

Für alle Bauarbeiten, die den Residenzplatz optisch verändern, müsse beim Bundesdenkmalamt laut geltendem Recht eine Genehmigung beantragt werden, betont Gobiet. Der gesamte Platz stehe unter Schutz, auch die Straßenflächen mit Asphalt, um die es in diesem Streit geht.

Neues Pflaster auf dem Residenzplatz in der Stadt Salzburg

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Probepflasterung der Stadtverwaltung bei Residenzplatz, die dem Vertreter des Bundesdenkmalamtes nicht gefällt

Stadträtin sieht Sache völlig anders

Die zuständige Baustadträtin Claudia Schmidt (ÖVP) sagt, sie habe keine Notwendigkeit gesehen, das Denkmalamt für diesen Bereich des Platzes um Erlaubnis zu fragen. Auf der Straße sei nämlich sie zuständig, und deshalb habe sie die Beton-Probefläche angeordnet.

Klagen durch alle Instanzen absehbar

Für Ronald Gobiet, Chef des Bundesdenkmalamtes in Salzburg, ist die Rechtslage dagegen klar: Wenn die Stadt die Fläche hinter dem Dom nicht bis 6. Oktober wieder in den ursprünglichen Zustand versetzt, wird das Denkmalamt bei der Bezirksbehörde einen Wiederherstellungsauftrag einreichen.

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Der Streit dürfte dann allerdings durch alle Instanzen gehen. Baustadträtin Schmidt hat schon angekündigt, dem behördlichen Auftrag aus der Abteilung Gobietes anfechten zu wollen. Sie will den Streit trotz klarer Rechtslage bis zu den Höchstgerichten durchfechten.