Karl Ploberger mit einer farbenprächtigen Auswahl an Chrysanthemen im Fernsehgarten
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Garteln in Salzburg

Chrysanthemen nicht nur am Friedhof

So eine große Bedeutung wie in Japan hat die Pflanze bei uns nicht. Aber es gehört mittlerweile zur guten Tradition, die Hauseingangstür im Herbst mit den herrlichen Blütenkugeln der Chrysantheme zu schmücken. Die Auswahl an neuen Züchtungen wird immer größer.

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„Garteln in Salzburg“, 27.10.2022

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Die Liebe zu den Chrysanthemen gibt es schon lange: In China – der ursprünglichen Heimat – wurden sie schon im 15. Jahrhundert kultiviert, erste Arten sind aber auch bereits in der griechischen Kultur bekannt gewesen, von dort stammt auch der botanische Name ab.

Chrysantheme heißt Goldblume

Noch bedeutender waren und sind die Wucherblumen, wie sie auch genannt werden, in Japan. Dort wird immer Anfang September das große Chrysanthemenfest gefeiert. Der Thron des Kaisers wird Chrysanthemen-Thron genannt und der höchste Orden, der in Japan vergeben wird, nennt sich „Kiku No Gomon“: „Das Edle Zeichen der Chrysantheme“ oder auch „Chrysanthemenwappen“.

Herbstblütenkugel

So eine große Bedeutung hat die Pflanze bei uns freilich nicht, aber es gehört mittlerweile zu einer guten Tradition, im Herbst die Hauseingangstür mit den herrlichen Blütenkugeln der Chrysantheme zu schmücken.

Die Auswahl an neuen Züchtungen wird dafür von Jahr zu Jahr größer. Sogenannte „Multiflora“-Chrysanthemen (die „Vielblütigen“) sind nur bedingt winterhart. Ganz anders die Chrysanthemen der indicum Familie. Sie sind die typischen Gartenchrysanthemen, die man nun blühend kaufen kann und die, in den Garten gesetzt, Jahr für Jahr wieder blühen.

Halbschattiger Platz mit humoser Erde

Besonders hübsch in herbstlichen Schalen oder Blumenkisterl sehen auch die Silberrandchrysanthemen aus (Ajania pacifica). Sie sind klein und bilden über Wochen immer wieder neue Blüten. Die Pflanzen lieben einen halbschattigen Platz mit humoser Erde. Damit die Wurzeln vor Kahlfrösten geschützt sind, sollte man sie etwas tiefer setzen.

Die Pflanzen blühen bis zum ersten Frost. Ein Trick verlängert die Blütezeit: Deckt man die Blüten vor einer herbstlichen Frostnacht mit Vlies ab und schützt so die empfindlichen Blütenblätter, dann kann man die farbenprächtigen Herbstboten einige Wochen lang erhalten.

Frühjahrsschnitt

Im Frühjahr werden die Pflanzen dann stark zurückgeschnitten – meist frieren sie bis zu den Wurzeln ab – und treiben dann nach den Eisheiligen aus. Erst im September gibt es wieder Blüten, denn die Chrysantheme ist eine sogenannte Kurztagspflanze. Erst wenn die Nacht eine bestimmte Länge erreicht hat, setzt sie die Blüten an.

Gärtner verdunkeln deshalb ihre Gewächshäuser jeden Tag, um eine frühe Blüte zu erreichen. Wer übrigens regelmäßig alles Verblühte ausschneidet, hat die Chance auf viele neue Blütenknospen und verlängert so die Blütezeit.