ORF Landesstudio Salzburg von außen heute
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50 Jahre Landesstudio

Ein Stück Architekturgeschichte unter Schutz

Das vor 50 Jahren eröffnete ORF Landesstudio Salzburg steht als eines von wenigen modernen Gebäuden im Bundesland unter Denkmalschutz – auch ohne schriftliche Begründung. Der Architekt Gustav Peichl habe hier ein Stück österreichische Architekturgeschichte geschaffen – darin sind sich alle einig.

Eine klare Formengebung mit vereinzelten spielerischen Akzenten, das ist typisch für die Architektursprache von Gustav Peichl. Die äußere Form ist das Ergebnis von inneren Strukturen.

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Treppenaufgang im ORF Landesstudio Salzburg heute
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Der Gustav-Peichl-Bau des ORF Landesstudios Salzburg steht unter Denkmalschutz
Architektur-Modell des ORF Landesstudios Salzburg
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Eine schriftliche Begründung dafür gibt es allerdings interessanterweise nicht
ORF Landesstudio Salzburg von außen heute
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Die Denkmalwürdigkeit des Baus steht für das Bundesdenkmalamt aber außer Zweifel
Architektur-Modell des ORF Landesstudios Salzburg
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Architektur-Modell des ORF Landesstudios Salzburg
ORF Landesstudio Salzburg von außen heute, im Hintergrund die Festung
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ORF Landesstudio Salzburg von außen heute, im Hintergrund die Festung
ORF Landesstudio Salzburg bei der Eröffnung 1972 von außen, im Hintergrund die Festung
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ORF Landesstudio Salzburg bei der Eröffnung 1972 von außen, im Hintergrund die Festung
Architektur-Modell des ORF Landesstudios Salzburg
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Architektur-Modell des ORF Landesstudios Salzburg

Technik formte die Architektur

Der Denkmalschutz für das ORF Landesstudio steht längst außer Zweifel – auch wenn es interessanterweise keine schriftliche Begründung dafür gibt. Für Eva Hody, Leiterin des Bundesdenkmalamtes Salzburg, ist die Denkmalwürdigkeit aber klar: „Das eine ist, dass diese Architektur eine besondere Formensprache hat, ein besonderes Ziel hat für einen besonderen Bauherrn – nämlich das Radio, das sich präsentieren wollte in der Öffentlichkeit als eine Institution, die an die Zukunft glaubt. Interessant ist, dass diese Form der Architektur auch heute noch in diesem Kontext funktioniert. Man sieht es am guten Erhaltungszustand und wie es genutzt wird. Interessant ist aber auch, dass es für Österreich ein einzigartiges Beispiel ist, wo Technik architekturbildend ist in diesem hohen Ausmaß.“

Gustav Peichl war mit seinen Bauten ein Regisseur und Inszenierer. Die Gestaltung habe ihn angetrieben, sagt der Luxemburger Architekt und Peichl-Frunde Francois Valentiny: „Das Positive, das Aufbauende hat ihn angetrieben. Der Stellenwert von Peichl in der österreichischen und überhaupt in der Architektur ist – glaube ich – nicht zu unterschätzen. Er war einer der ersten, wenn nicht der erste österreichische Architekt, der die Funktion zerlegt hat und sie dann so gestaltet hat, dass daraus eine eigene Architektursprache entstanden ist.“

50 Jahre Landesstudio: Denkmalschutz auch ohne schriftliche Begründung

„Viele denkmalgeschützte Gebäude weniger wertvoll“

Der Denkmalschutz bestehe „hundertprozentig zu Recht“, sagt auch der Architekt, Karikaturist und Peichl-Schüler Thomas Wizany. „Es ist für mich persönlich für die Architektur vom Ende des 20. Jahrhunderts in Salzburg wahrscheinlich das wichtigste Gebäude. Es gibt, glaube ich, viele Gebäude, die unter Denkmalschutz stehen und weniger wertvoll sind als dieses Gebäude hier.“

Im denkmalgeschützten ORF Landesstudio Salzburg arbeiten heute rund 100 Menschen.