Illegale Glücksspielautomaten in Lokal
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Politik

Illegales Glücksspiel in Salzburg rekordverdächtig

Mehr als die Hälfte aller illegalen Glückspielautomaten, die im Vorjahr in Österreich sichergestellt wurden, sind in Lokalen in Stadt und Land Salzburg gestanden. Das teilt die Finanzpolizei mit. Insgesamt seien dafür Strafen in der Höhe von 3,6 Millionen Euro verhängt worden. 1,4 Millionen davon entfallen allein auf Salzburg.

Sie stehen in Lokalen, die als „Weinstube“, „Wettbüro“ oder „Kosmetikstudio“ getarnt sind. Die Sicherheitsvorkehrungen gegen behördliche Razzien sind hoch. Es gibt vielerlei Kameras, Nebelmaschinen bis hin zu separaten Eingängen. Oft muss zur Lokalöffnung auch die polizeiliche Spezialtruppe Cobra anrücken.

Mehr als die Hälfte aller Automaten bundesweit

Im Vorjahr wurden in Salzburg bei Schwerpunktkontrollen insgesamt 239 Glücksspielautomaten beschlagnahmt. Das entspricht 55 Prozent aller sichergestellten Geräte in ganz Österreich.

Polizei und Finanzpolizei bei Razzia
ORF
Finanzbehörden und Cobra gemeinsam im Einsatz bei Razzia

Landtag muss handeln

Um illegalen Lokalbetreibern das Handwerk zu legen, wollen die Landesregierung von ÖVP und FPÖ bzw. der Salzburger Landtag das kleine Glücksspiel gesetzlich erlauben. Vorbild für die dafür notwendige Gesetzesänderung ist Oberösterreich.

Viele Verstöße gegen Arbeits- und Finanzrecht

Auch bei Kontrollen auf dem Arbeitsmarkt wurden in Salzburg im Vorjahr mehr als 500 Anzeigen verzeichnet. Die Strafen dafür betrugen 3,3 Millionen Euro.

Insgesamt wurden in Salzburg 1.247 Betriebe und fast 2.800 Arbeitskräfte kontrolliert. Bei 892 gab es Beanstandungen. 246 Anzeigen betrafen Schwarzarbeit und Meldeverstöße, vier die Arbeit trotz Bezuges von Arbeitslosengeld. 208 Ausländer waren illegal beschäftigt. Und 81 Verstöße brachte die Finanzpolizei wegen Lohn- und Sozialdumpings zur Anzeige.