Der Dauerfrost führt dazu, dass nun alle Notschlafstellen in der Stadt Salzburg ausgelastet sind. Tagsüber müssen Obdachlose sie verlassen und werden nicht betreut. Nun fordern Fachleute, dass die Menschen mit mehr festen Wohnungen von der Straße geholt werden.  Ein Modellprojekt gebe es schon.
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Soziales

Feste Wohnungen statt Notschlafstellen gefordert

Der Dauerfrost führt dazu, dass nun alle Notschlafstellen in der Stadt Salzburg ausgelastet sind. Tagsüber müssen Obdachlose sie verlassen und werden nicht betreut. Nun fordern Fachleute, dass die Menschen mit mehr festen Wohnungen von der Straße geholt werden. Ein Modellprojekt gebe es schon seit Jahren.

55 Wohneinheiten mit jeweils knapp 20 Quadratmetern stehen nun in einem Haus mitten in der Stadt Salzburg zur Verfügung. Betrieben wird das „Meinzuhaus“ schon seit Jahren vom Salzburger Studentenwerk. Die Caritas betreut die Bewohner.

Modellhaftes Wohnheim schon lang in Betrieb

Die Wohndauer ist auf drei Jahre befristet, danach sollen die Klienten wieder auf eigenen Beinen stehen. Georg Leitinger vom Salzburger Studentenwerk sagt dazu, es sei in den letzten fünf Jahren aufgefallen, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer nur elf Monate sei: „Wer bei uns einzieht, wird sofort beim Wohnservice der STadt gemeldet. Dann bekommen sie relativ schnell einen langfristigen Wohnraum zugewiesen.“

Geeignetes Stadthaus gesucht

Kleines Badezimmer, Schlafzimmer samt Küchenzeile, Gemeinschaftsraum und ein Garten stehen den Bewohnern zur Verfügung. Das sei eine ganz normale Wohnsituation, so Leitinger: „

Der Caritas Salzburg reicht das Angebot nicht. Sie möchte mehr Wohnmöglichkeiten für obdachlose Menschen schaffen. Es fehle aber am nötigen Platz, sagt Direktor Johannes Dines: „Wir suchen schon lange ein Haus mit 40 zusätzlichen Plätzen. Es geht um kleine und sehr kleine Wohneinheiten, wo sich die Menschen zurückziehen können. In Salzburg haben wir bisher kein Haus dafür gefunden. Es ist bisher auch nichts für die Caritas leistbar."

Notschlafstellen stark frequentiert

Wer sehr schnell einen Schlafplatz braucht, kann sich an die Notschlafstellen der Caritas wenden. Dort bekommt man ein Bett und Essen, kann duschen und wird bei Bedarf medizinisch versorgt. Im Winter sei man regelmäßig voll ausgelastet, heißt es bei der Caritas. Abgewiesen werde aber niemand.

Erzdiözese hält Notplätze in Reserve

Alle Notschlafstellen der Caritas sind derzeit voll belegt. Es sei im Winter oft sehr eng, heißt es. Manche Klienten müssten daher in Schlafsälen der Erzdiözese Salzburg untergebracht werden – mit Iso-Matten und Schlafsäcken.

Kältetelefon für Obdachlose: 0676 – 848 210 651