Diskussion der Initiative „Dafür“ über den S-Link im Bräustübl in Mülln
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Politik

Befürworter stellen S-Link im Bräustübl vor

Die Bürgerinitiative „DAFÜR“ und der Salzburger Verkehrsverbund haben Montagabend die Bevölkerung zu einer „Dialogveranstaltung“ über das S-Link-Bahnprojekt ins Müllner Bräustübl eingeladen. Unter dem Motto „Red ma drüber“ wurde mit Experten diskutiert.

Von den rund 150 anwesenden Personen war ein Großteil für das geplante S-Link-Projekt. Heftige Diskussionen bleiben aus. Viele wollen sich hauptsächlich informieren – wie auch Hannes Selhofer aus Elsbethen (Flachgau): „Ich war vor dieser Veranstaltung skeptisch. Jetzt stehe ich dem Projekt wesentlich positiver gegenüber.“

Viel mehr Befürworter als Gegner anwesend

Konkret geht es um die geplante Lokalbahnverlängerung vom Salzburger Hauptbahnhof bis nach Hallein (Tennengau). Die erste Etappe soll dabei unterirdisch bis zum Mirabellplatz verlaufen. Danach soll in einem weiterem Tunnel die Salzburger Altstadt bis ins Nonntal durchquert werden.

Diskussion der Initiative „Dafür“ über den S-Link im Bräustübl in Mülln
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Gegner des Projekts monierten bei der Diskussion, es gebe viel zu wenig konkrete Informationen, keine Transparenz bei den Gesamtkosten und Entschädigungszahlungen. Dazu seien viele Fragen bei der Oberflächengestaltung in der Stadt offen. „Wir haben viele Teile dieser 8.000 Seiten Bahneinreichung durchgelesen“, sagte Christoph Steiner, Unternehmer an der Rainerstraße in der Stadt Salzburg. „Ich wundere mich, warum da alles bis ins letzte Detail schon geplant ist – sogar, wie stark die Türen bei den Notausgängen zuziehen. Aber es hat bis jetzt noch kein Mensch mit uns als Anrainern gesprochen, wie wir entschädigt werden.“

„Sehr viel Falschaussagen“ von S-Link-Gegnern

Die Bürger-Initiative „DAFÜR“ will diese Transparenz herstellen. Bestehend aus jungen Salzburgerinnen und Salzburgern, Verkehrsexperten und Unterstützern. Dass im Saal kaum ein Kritiker dabei war, den man überzeugen konnte, störte den Veranstalter Leonhard Hartinger wenig: „Vor allem von der Gegnerseite haben wir es leider mit sehr viel Fake News, Falschaussagen zu tun. Die probieren, Salzburgerinnen und Salzburger zu verunsichern. Wir wollen da eindeutig einmal das Gegenteil beweisen, dass man drüber reden kann, dass man auch mit Experten drüber sprechen kann.“

Mackinger bei den vehementen Unterstützern

Für Gunther Mackinger, Bahnexperte und Ex-Verkehrsdirektor der Salzburg AG, gibt es keine Alternative zum geplanten S-Link: „Salzburg ist ein Kleinod. Und das muss vor diesem Verkehr geschützt werden. Wir brauchen Lebensraum an der Oberfläche für die Menschen, die hier wohnen, und die uns besuchen.“

Initiative wirbt im Bräustübl für den S-Link

Mackinger saß auch für die SPÖ im Salzburger Gemeinderat. Dass seine Partei als einzige Fraktion im Stadtparlament jetzt gegen die unterirdische Lokalbahnverlängerung auftritt, kommentierte Mackinger so: „Ich denke, dass hier vielleicht zu wenig Diskussionsprozesse geführt worden sind, dass viele Menschen die Dimension dieses Projektes nicht in der ganzen Bandbreite erfasst haben.“

Zwei Bürgerbefragungen zum S-Link

Am 26. November findet in der Stadt Salzburg eine Bürgerbefragung zum S-Link-Projekt statt. Mitte des nächsten Jahres soll es dann eine landesweite Befragung geben.