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Gesundheit

Elektronisches Rezept: Probleme bei Wahlärzten

Das elektronische Rezept sorgt in Salzburg auch acht Monate nach der Einführung noch für Schwierigkeiten. Knapp die Hälfte der Wahlarztpraxen im Bundesland hat noch nicht auf das digitale System umgerüstet. Die Ärztekammer begründet das mit höheren Betriebskosten und Lieferengpässen bei E-Card-Lesegeräten.

Mit dem Versprechen künftig umweltschonend, modern und unbürokratisch Rezepte auszustellen, beschloss die Bundesregierung vor mittlerweile acht Monaten die Umstellung auf das elektronische Rezept. Statt eines Papierzettels können Ärzte nun verschriebene Medikamente auf der E-Card speichern. Doch im Bundesland Salzburg verläuft die Umstellung bei Wahlärzten auch acht Monate nach Einführung noch immer sehr schleppend.

Wahlärzte: Lieferengpass und lange Liste an Anfragen

Grund dafür sei auch ein Liefermangel bei den E-Card-Lesegeräten, sagt der Sprecher der Wahlärzte in der Salzburger Ärztekammer, Michael Siegmund: „Wir haben die Empfehlung bekommen, bis zum Jahreswechsel zu warten, weil es einen Lieferengpass gibt und sich auch die Apotheken versucht haben, mit den Geräten einzudecken. Der Stau an Bedarf wird sich jetzt erst langsam legen.“

Apothekerkammer widerspricht: Apotheken umgestellt

Dass in Salzburg noch nicht alle Apotheken mit Lesegeräten ausgestattet seien, stimme laut der Salzburger Apothekerkammer nicht. Seit Herbst 2022 sind landesweit alle Apotheken auf die neuen E-Card-Lesegeräte umgestellt, sagt die Präsidentin der Salzburger Apothekerkammer, Margarete Olesko. Es habe die gesetzliche Verpflichtung gegeben, bis Ende 2022 alle Apotheken umzurüsten – in Salzburg seien die letzten beiden Apotheken mit neuen Geräten im Herbst 2022 ausgestattet worden.

Auch der Vorwurf, dass Patientinnen und Patienten von einer zur nächsten Apotheke weitergeschickt werden, stimme laut der Salzburger Apothekerkammer nicht: „Zumindest ein Lesegerät ist in allen Salzburger Apotheken installiert, die Masse der Apotheken-Betriebe hat zwei bzw. mehrere Lesegeräte im Einsatz, anders wäre der Alltag in der Apotheke gar nicht bewältigbar“, sagt Olesko.

Ärztekammer: Im Zweifelsfall Papier-Rezept anfordern

Die Umstellung sei für Wahlärzte kompliziert und mit höheren Kosten verbunden, kritisiert die Ärztekammer. Weil im Bundesland noch nicht flächendeckend umgestellt wurde, kann es für Patientinnen und Patienten zu Problemen kommen. Laut Wahlärzte-Sprecher Siegmund passiere es immer wieder, dass Apotheken noch nicht die entsprechenden Geräte haben und die Patientinnen und Patienten würden dann zur nächsten Apotheke weitergeschickt. Die Ärztekammer rät, im Zweifelsfall weiterhin um ein ausgedrucktes Rezept mit QR-Code zu bitten.