Der renommierte Mozartkugel-Hersteller Salzburg Schokolade in Grödig (Flachgau) ist insolvent. Das Unternehmen hat Montag beim Landesgericht den entsprechenden Antrag eingebracht. Mehr als 100 Jobs stehen auf dem Spiel. Wie es für die Mitarbeiter weitergeht, das ist noch offen.
ORF
ORF
Wirtschaft

Schokoladenfabrik: Verkleinerung und Kündigungen

Am Mittwoch hat die Geschäftsführung der Salzburg Schokolade in Grödig (Flachgau) bestätigt, dass ein Teil der Produktion stillgelegt wird. 25 Angestellte sollen deshalb ihren Arbeitsplatz verlieren. Wer von der Kündigung betroffen ist, ist noch nicht klar.

In einer Betriebsversammlung wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Mittwoch von der Geschäftsführung über die Verkleinerung der Produktion informiert. Wirtschaftliche Gründe hätten zu diesem Schritt geführt.

„Kündigungen wegen wirtschaftlicher Gründe“

25 der derzeit noch 120 Angestellten im Werk sollen ihren Job verlieren. „Die Auswirkungen der Insolvenz Ende 2021 sowie die stark gestiegenen Kosten für Rohstoffe, Verpackungsmaterialien, Transport und vor allem Energie zwingen uns zu Kapazitätsanpassungen. Wir müssen daher bedauerlicherweise einen Teil der Produktion in Salzburg stilllegen, was auch zum Verlust von Arbeitsplätzen führt. Die Produktion der Mozartkugeln ist davon nicht betroffen“, sagt ein Unternehmenssprecher gegenüber dem ORF Salzburg.

Betroffene Abteilungen noch unklar

Welche Mitarbeiter genau ihren Job verlieren sollen, ist aber laut Daniel Mühlberger von der Gewerkschaft Pro-Ge noch nicht klar: „Die Beschäftigten sind bestürzt über diese Mitteilung, dass fast ein Viertel der Beschäftigten das Unternehmen verlassen muss. Jetzt geht es einfach rasch darum, Klarheit zu schaffen, wer bleiben kann und wer leider das Unternehmen verlassen muss.“

Am Montag gibt es einen erneuten Termin zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Bis dahin würden auch die Angaben der Betriebsleitung zu den wirtschaftlichen Gründen für die Kündigungen überprüft, heißt es von der Gewerkschaft.

Konkursanmeldung vor einem Jahr

Auf den Tag genau vor einem Jahr meldete die Salzburg Schokolade Konkurs an. Julius Meinl V. kaufte mit seiner KEX-Holding im Februar 2022 die Salzburg Schokolade aus dem Konkursverfahren heraus. In Grödig werden die „Echten Salzburger Mozartkugeln“ der Marke Mirabell für den internationalen Lebensmittelgiganten Mondelez hergestellt. Damals waren noch 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem Betrieb tätig. Wenn die von der Geschäftsführung geplanten Kündigungen durchgeführt werden, dürfte das Unternehmen nur mehr rund 95 Angestellte beschäftigen.

Auf der Führungsebene ist die Salzburg Schokolade mittlerweile eng mit dem Schwedenbomben-Hersteller Niemetz verflochten. Auch dieses Unternehmen gehört zur KEX Holding mit Hauptsitz in der rumänischen Hauptstadt Bukarest.