Schloss Mirabell mit Mirabellgarten
ORF.at/Georg Hummer
ORF.at/Georg Hummer
Politik

Landeshauptstadt unterstützt Armutsgefährdete

Die Stadt Salzburg erhöht ihr Sozialbudget um zehn Prozent auf 77 Millionen Euro. Damit sollen vor allem die aktuellen Teuerungen abgefedert werden. Für armutsgefährdete Menschen soll es ab nächstem Jahr eine sogenannte Aktiv:Karte für Vergünstigungen geben.

Die Aktiv:Karte soll das Leben von einkommensschwächeren Menschen in der Landeshauptstadt leistbarer machen. Zentrale Voraussetzung ist die sogenannte Armutsgefährdungsschwelle – und als armutsgefährdet gilt, wer mit weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens der Bevölkerung auskommen muss. Aktuell sind das zum Beispiel 1371 Euro netto monatlich für einen Ein-Personen-Haushalt. Das sind potentiell 23.000 Menschen, realistisch rechnet das Sozialressort der Stadt mit rund 3000 Aktiv:Karten im nächsten Jahr.

Vergünstigte Eintritte

Günstiger wird zum Beispiel das Saisonticket für die städtischen Freibäder, für die Hallenbäder und für die Eisarena. Mit Kulturveranstaltern wird derzeit noch über Vergünstigungen verhandelt.

Aktiv:KartePLUS für Mindestpensionisten

Für Mindestpensionisten, für teilzeitbeschäftigte AlleinerzieherInnen am unteren Ende der Einkommensskala und für Arbeitslose gibt es die Aktiv:KartePLUS. Damit können Besitzer dann um 50 Euro das Salzburger Klimaticket kaufen, das auf sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln im Bundesland gilt.

Heizkostenzuschusses der Stadt wird auf 50,- Euro erhöht

Für die Bewohner der Stadt Salzburg wird der Heizkostenzuschuss des Landes automatisch und ohne zusätzlichen Antrag von 20 auf 50 Euro erhöht. Als Teil des Teuerungsfonds sind hierfür Mittel in Höhe von 125.000 Euro vorgesehen. Details hängen von der Ausgestaltung durch das Land ab.

Solidaritätsfond für unkomplizierte Hilfe

In Zeiten von existenziellen Krisen ist schnelle und direkte Unterstützung für die Menschen besonders wichtig. Daher richtet die Stadt für 2023 erstmals den Solidaritätsfond „Zusammenhalten“ ein. Dieser ist mit 125.000 Euro dotiert und wird Teil des „Teuerungsfond“ der Stadt. Diese Sonderform der Unterstützung kommt dann zum Zug, wenn in besonderen Notsituationen, alle anderen Formen der Unterstützung nicht mehr greifen. Die Antragstellung, Abwicklung und Auszahlung sollen schnell, direkt, einfach und unbürokratisch sein, heißt es von der Stadt. An der Umsetzung wird im Detail noch gearbeitet, denn die Stadt stimmt sich dafür noch mit dem Bund und dem Land intensiv ab.

Ausbau von Jugendbetreuung

Laut Stadtspitze sind beliebte Jugendtreffpunkte, wie das „IGLU“ im Andräviertel und das JUZ in der Fürbergstraße durch mittelfristige Förderverträge abgesichert. Gerade beim IGLU ist damit der jährlichen Zitterpartie ein Ende gesetzt. Die Stadt schafft zusätzlich noch weitere zwei Stellen in der Kinder- u. Jugendhilfe erneut. 2023 wird es im Sommer wieder das beliebte „Fest der Volkskulturen“ im Mirabellgarten geben. Nach dem heurigen Pilotprojekt wird das inklusive Ferienangebot weitergeführt und sogar ein wenig ausgebaut.