Virtuelle Konferenz: Tablet steht auf Couch und zeigt eine Vortragende
pixabay/Tumisu
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Wirtschaft

Neue Software verbindet reale Welt mit virtueller

Mittwoch beginnt in Köln die Computer- und Videospiele-Messe Gamescom. Das Salzburger Unternehmen Authentic Vision stellt dort eine Technologie vor. Diese verbinde Objekte aus der realen Welt sicher mit virtuellen Räumen – ohne Gefahr von Fälschungen oder Missbrauch, heißt es von den Entwicklern.

Die neue Technik sei nicht nur für Spiele-Entwickler und Gamer interessant: „Schon bald wird die reale Welt in der digitalen Welt gespiegelt sein“, sagt Firmengründer und Geschäftsführer Thomas Weiss: „Jedes Objekt wird in Zukunft auch einen digitalen Zwilling besitzen. Das bietet Unternehmen große Chancen und zusätzliche Einnahmequellen.“

Wie verhindert man Fälschungen?

Wann immer aber ein Gegenstand in der digitalen Welt im realen Leben mit Geldwert verbunden ist, stelle sich die Frage, wie sicher diese Verbindung sei. Veranschaulichen lässt sich das in der Gaming-Industrie, wo solche Fragen bereits gewisser Alltag seien, erklärt Michael Radic, Chief Business Officer bei Authentic Vision.

Jemand kauft sich zum Beispiel eine Pokémon-Sammelkarte oder die Plastikfigur eines Charakters aus einem Computerspiel. Parallel wird die abgebildete Figur im Spiel des Kunden freigeschaltet. „Es hat Charme, diese beiden Welten zu vereinen“, so Radic. „Merchandise-Produkte können zweifach genutzt werden, was sie wertvoller macht und in weiterer Folge zu höheren Umsätzen führt.“

„Echtheit“ von digitalen Schwertern

Bei Online-Rollenspielen sei es üblich, sich neue Schwerter oder neue Rüstungen zu kaufen. „Wenn Spieler Ausrüstungsgegenstände für ihre digitalen Charaktere erwerben, passiert das zunehmend mit NFT-Technologie“, sagt Radic. Käufer bekommen einen digitalen Token, der sie als Besitzer eines Gegenstands ausweist. „Oft sind diese digitalen Mehrwerte exklusiv.“ Kunden sollten also darauf vertrauen können, dass ein rares oder einzigartiges Stück nicht mehrfach verkauft wird. Dazu sei es wichtig, dass der NFT authentisch und echt ist. Und hier setzt Authentic Vision an.

„Höchstes Sicherheitsniveau“

Neu ist dabei nicht die Möglichkeit, eine Verbindung zwischen realer und digitaler Welt herzustellen – das würde auch über QR-Codes oder Links gehen – sondern das hohe Niveau an Sicherheit. Das Unternehmen hat dazu den „Meta Anchor“ entwickelt, der mit einem holografischen Fingerabdruck arbeitet. Dieser – auf die Verpackung des Produkts geklebte Abdruck – kann nicht reproduziert und auch nicht digital per Foto oder Video weitergegeben werden. Erst wenn er mit einer App gescannt und als eindeutig echt erkannt wird, werden digitale Erlebnisse oder Gegenstände freigeschaltet.

Bei Authentic Vision ist man sich sicher, dass sich dieser Trend nicht nur auf Videospiele beschränken, sondern in Zukunft auch auf die Erscheinungsweise von Menschen erstrecken wird. Leute werden dann etwa die neueste Marken- oder Designer-Kleidung zusätzlich oder exklusiv für den virtuellen Auftritt kaufen. Die Garderobe wird anschließend in die VR-Brille eines jeden Menschen projiziert, der auf den Besitzer trifft. Der Sportartikelhersteller Nike habe vor kurzem ein Unternehmen erworben, das es erlaubt, Schuhe oder Hoodies für Augmented Reality zu modifizieren.