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Flugbild: Gerald Lehner
Flugbild: Gerald Lehner
Verkehr

Tempolimit 100: Debatte geht weiter

Die Debatte um eine Senkung des Tempolimits auf Autobahnen von 130 auf 100 km/h geht in die nächste Runde: Der vom Land kritisierte Verkehrstechniker Gerhard Kronreif bekommt jetzt von Schadstoffexperten des Umweltbundesamtes und ÖAMTC Unterstützung.

Kronreif hatte zuvor die vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) prognostizierten Schadstoffeinsparungen als unrealistisch bezeichnet und darauf hingewiesen, dass durch Tempo 100 statt 130 km/h auf Autobahnen 23 Prozent weniger Schadstoffausstoß und weniger Spritverbrauch nicht möglich seien. Kronreif rechnete vor, dass höchstens drei Prozent CO2 eingespart werden können.

Kronreif: Drei Berechnungen erzielen ähnliches Ergebnis

Für seine Berechnung erntete der Verkehrstechniker Kritik vom Land Salzburg – die Immissionsschutzabteilung des Landes schaltete sich ein und betonte, dass Kronreifs Messdaten von der Tauernautobahn in Salzburg mit flexiblen Tempolimits ungeeignet sein, um Schlüsse für ganz Österreich zu ziehen.

Nun aber würden auch Berechnungen des ÖAMTC und des Umweltbundesamtes Kronreif recht geben und belegen, dass 23 Prozent Schadstoffeinsparung durch Tempo 100 aus technischer Sicht nicht möglich seien, sagte Fahrzeug- und Verkehrstechniker Kronreif: „Drei Organisationen erzielen hier ein vergleichbares Ergebnis, und zwar eine maximale Einsparung von drei Prozent CO2 bei einem Tempolimit von 100 km/h. Hier ist auch berücksichtigt, dass auf vielen Autobahnabschnitte gar nicht mehr 130 km/h erlaubt sind.“

Einsparpotenzial: „Gesamtes Straßennetz berücksichtigt“

Für die Einsparungsbemessung sei das gesamte österreichische Straßennetz berücksichtigt worden und nicht wie vom Land kritisiert nur der Teilabschnitt der Tauernautobahn in Salzburg. Kronreif betonte, dass es wichtig sei, in der technischen Betrachtung nicht die Fehler von der Tempo-80-Debatte in Salzburg zu wiederholen: „Hier wurde mit völlig irrigen Daten als Grundlage das Tempolimit von 80 km/h verfügt.“ Auf der Stadtautobahn liegen die tatsächlichen Schadstoffeinsparungen nämlich bis heute weit unter den ursprünglich versprochenen Werten, sagte Kronreif.