Hagleitner Zell am See
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Wirtschaft

Hagleitner eröffnet neues Werk und Akademie

Bis zu 21 Millionen Hygieneartikel sowie 750.000 Spender und Dosiergeräte will Hagleitner im Jahr herstellen; das ist jeweils dreimal so viel wie bisher. Der Familienkonzern hat dafür ein neues Werk in Zell am See (Pinzgau) gebaut.

Das neue Werk befindet sich am Muttersitz in Zell am See und soll bestehende Anlagen erweitern. In Betrieb geht zudem eine eigene Hygieneakademie. Die Produktionskapazität auszudehnen, hat 33,5 Millionen Euro gekostet. Zusätzlich sind 3,5 Millionen sind in die Hygieneakademie geflossen – so setzt sich der Gesamtaufwand auf über 37 Millionen Euro zusammen. Nach drei Jahren Bauzeit ist der neue Komplex am Dienstag eröffnet worden.

Produktion mit Ausfallversicherung

„Die Nachfrage nach Hygiene aus Österreich wird weiter steigen“, sagt Geschäftsführer Hans Georg Hagleitner. „Ein entsprechendes Qualitätsbewusstsein hat sich unter Kunden etabliert.“ Hagleitner fertigt ausschließlich in Zell am See, unter Reinraum-Bedingungen laufen hier Reinigungsmittel, Kosmetikerzeugnisse, Medizinprodukte und Desinfektionsmittel vom Band, darunter auch Desinfektionstücher. „Das neue Werk erweitert die Produktionskapazität vor Ort. Im Übrigen dient es auch als Ausfallversicherung für das bestehende, beide funktionieren voneinander unabhängig“, so der Industrielle.

2027: Zehn Millionen Umsatz bei Privatkunden

Besonders abgesehen hat es Hagleitner auf Konsumentinnen und Konsumenten. Stefanie Hagleitner lenkt in der Firma das Produktmanagement: „2020 ist hagi geboren, unsere Marke für Private. Mit dem Zubau können wir hagi in ganz anderen Stückzahlen erzeugen. Bis 2027 möchten wir unseren Umsatz beim Endkundengeschäft verzehnfachen; aktuell beläuft er sich auf eine Million Euro, 2027 sollen es zehn Millionen Euro sein.“

Standortausbau statt Firmenzukauf

Nicht jede neue Einrichtung habe man von langer Hand geplant. Die Kapazitäten bei der Spenderproduktion aufzustocken, habe erst 2020 festgestanden. Für die übrigen Anlagen war der Spatenstich bereits 2019 erfolgt. „2020 ging die Nachfrage bei Desinfektionsspendern durch die Decke“, erklärt Vertriebsmanagerin Katharina Hagleitner. „Wir haben uns entscheiden müssen: Firmenzukauf oder Standortausbau? Die Wahl ist uns leichtgefallen, haben wir doch schon vorher nur in Zell am See geforscht, entwickelt und produziert. Dieses Know-how sollte regional gebündelt bleiben.“

Hagleitner Zell am See
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Der finanzielle Gesamtaufwand nach über drei Jahren Bauzeit: Rund 37 Millionen Euro

Akademie für 400 Personen

Hagleitner hat am Dienstag auch die hauseigene Academie eingeweiht. Dieses Ausbildungszentrum bietet Platz für 400 Personen, dabei ziele das Angebot dezidiert auch auf die breite Bevölkerung ab: „Es geht um Wissenstransfer in sämtliche Richtungen“, unterstreicht Stefanie Hagleitner. „Hygiene ist in der Mitte der Gesellschaft angelangt, Lebensmittelsicherheit zum Beispiel muss als selbstverständlich gelten. Deshalb will unsere Academy alle erreichen, die interessiert sind – besonders natürlich Mitarbeiter, Partner und Kunden.“

Unternehmen seit 1971

Hagleitner Hygiene gibt es seit 1971, dabei ist das Unternehmen fest in Familienhand. Hans Georg Hagleitner hat 1988 die Geschäfte seines Vaters Johann übernommen und lenkt seither den Betrieb. Hans Georgs Töchter Katharina und Stefanie wirken 2022 federführend mit: Katharina leitet den Italienhandel, Stefanie ist für das Produktsortiment sowie für die Konsumentenmarke hagi verantwortlich.

Das Unternehmen agiert an 27 Standorten in zwölf europäischen Ländern, in 63 Ländern weltweit sind Erzeugnisse zudem über Partner verfügbar. 1.314 Menschen beschäftigt Hagleitner insgesamt. 133,3 Millionen Euro Umsatz hat die Firmengruppe von April 2021 bis März 2022 erreicht, der Exportanteil macht hiervon 43,3 Prozent aus – so die Zahlen aus dem zweiten Pandemiejahr.

Hagleitner eröffnet neues Werk und Akademie

Bis zu 21 Millionen Hygieneartikel sowie 750.000 Spender und Dosiergeräte will Hagleitner im Jahr herstellen; das ist jeweils dreimal so viel wie bisher. Der Familienkonzern hat dafür ein neues Werk in Zell am See (Pinzgau) gebaut.