Fischotter hat Fisch im Maul
APA/dpa/Silas Stein
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Politik

Abschuss von „Problemtieren“ künftig per Bescheid

„Problemwölfe“ dürfen weiterhin abgeschossen werden – allerdings wieder per Bescheid und nicht mehr per Verordnung. Hintergrund sind rechtliche Bedenken. Das ist ein Ergebnis des „Wildtiergipfels“ der Landesregierung von ÖVP, Grünen und NEOS am Donnerstag. Auch auf den Abschuss von 19 Fischottern jährlich hat man sich geeinigt.

Weil ein EU-Vertragsverletzungsverfahren droht, werden „Problemwölfe“ heuer nicht mehr per Verordnung zum Abschuss freigegeben – sondern wieder per behördlichen Bescheiden.

Fachgutachten als Bedingung

Damit diese Bescheide künftig möglichst schnell ausgestellt werden können, müssen zunächst noch Fachgutachten erstellt werden, sagt Agrarlandesrat Josef Schwaiger (ÖVP): „Das betrifft die in Frage kommenden Wildregionen. Dabei wird geklärt, ob in der betreffenden Region ein Herdenschutz zumutbar ist oder nicht.“

Dann muss noch die „Identität“ eines „Problemwolfs“ festgestellt werden, um den Abschuss-Bescheid auszustellen. Bis die Fachgutachten vorliegen, soll es allerdings noch mehrere Monate dauern, so Schwaiger.

Abschüsse von 19 Fischottern möglich

Geklärt worden ist beim „Wildtiergipfel“ am Donnerstag nun auch, dass jährlich 19 Fischotter per Verordnung „entnommen“ werden dürfen. Die entsprechende Verordnung war seit Monaten fertig, scheiterte bisher aber am Veto der Grünen. Die haben nun zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass die Wirksamkeit per wissenschaftlicher Begleitung geklärt wird.

Auch der Abschuss von Krähen, Raben, Graureihern oder Kormoranen wird künftig wieder per Verordnung geregelt. Bisher hat es dafür Bescheide gegeben, die von Naturschutzorganisationen über Einsprüche so lange verzögert worden sind, dass eine Jagd unmöglich wurde.