Freiwillige Helferinnen mit Lebensmittelspenden in Sozialmarkt
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Sozialmärkte: Teils weniger Spenden, mehr Bedarf

Weniger Lebensmittelspenden – und gleichzeitig mehr Zulauf zu den Sozialmärkten. Von diesem Ungleichgewicht berichtet aktuell die Flachgauer Tafel. So massiv wie in diesem Jahr seien die Engpässe noch nie gewesen.

Ein Grund für den Engpass bei den Flachgauer Sozialmärkten ist, dass die Supermärkte weniger Waren spenden – wegen der Lebensmittel-Rettungsaktionen. Was auf der einen Seite hilft, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren, bringe die drei Sozialmärkte der Flachgauer Tafel in Bedrängnis, sagt Geschäftsführerin Sandra Wendlinger: „‚Rette mich‘-Boxen oder drei Euro pro Kiste Gemüse, das wir am Ende eines Verkaufstages bei den Lebensmittelketten abholen dürfen – das spüren wir natürlich, dass uns diese Waren abgehen. Wenn wir am nächsten Tag mit dem Lieferauto kommen, fehlen uns diese Produkte.“

Sandra Wendlinger hofft, dass sich die Situation in den kommenden Wochen etwas entspannt – auch weil die Obst- und Gemüsesaison jetzt erst so richtig startet.

„Ansturm wie jetzt habe ich noch nie erlebt“

Einen starker Anstieg der Sozialmarktkunden auf Grund der aktuellen Teuerungswelle bemerkt auch der Verein SOMA, der in der Plainstraße im Salzburger Bahnhofsviertel einen Sozialmarkt betreibt. „Ich bin jetzt 18 Jahre bei diesem Sozialmarkt – und einen Ansturm wie jetzt habe ich noch nie erlebt“, sagt Vereinsobmann Manfred Mair. „Bei der Ausstellung der Einkaufskarten waren am Montag mindestens 140 Leute da.“

Der SOMA-Verein überlegt nun angesichts der gestiegenen Nachfrage, die Öffnungszeiten zu verlängern. Mit Lebensmittel sei man im Sozialmarkt Salzburg aktuell ganz gut eingedeckt, so Mair.