Stromabschaltungen
ORF Salzburg
ORF Salzburg
Politik

Stromabschaltungen trotz Abschaltverzichts

Von der Salzburg AG kommt es weiterhin zu Stromabschaltungen – trotz Abschaltverzichts bei sozialen Härtefällen. Die KPÖ sieht den Landeshauptmann verpflichtet, seine Anti-Teuerungsankündigungen einzuhalten. Landeshauptmann und Salzburg AG betonen, es handle sich um Einzelfälle.

Claudia Lainscek wohnt mit ihrem schwerkranken Mann und ihrem 16-jährigen Sohn, in einer 50 Quadratmeter Wohnung in Salzburg Maxglan. Vergangenes Jahr ist Lainscek unverschuldet in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten, wie sie erklärt: „Normalerweise bekomme ich rund 1.400 Euro monatlich. Dann habe ich nur noch 559 Euro erhalten. Ein Monat später habe ich gar keinen Lohn mehr bekommen. Seither kämpfe ich noch immer um mein Geld.“

Salzburger Familie zwei Tage ohne Strom

Wegen Geldmangels kann sie die Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Es kommt, was kommen muss: Mahnungen und Abschaltdrohung. Claudia Lainscek hört die Ankündigung von Landeshauptmann Wilfried Haslauer von der ÖVP, dass als Anti-Teuerungsmaßnahme in Härtefällen, auf Stromabschaltungen verzichtet werden soll.

Lainscek sagt, sie habe sich daraufhin an den Kundendienst der Salzburg AG gewendet: „Das mit dem Strom hätte ich regeln wollen, aber die Salzburg AG war schneller mit dem Abschalten. Obwohl ich ihnen erklärt habe, dass ich derzeit das Geld von der Arbeit nicht bekomme. Das war ihnen aber egal.“

Dankl: „Immer mehr verlieren Strom“

Als Mitte März die Lichter für zwei Tage ausgehen, wendet sich Claudia Lainscek an KPÖ-Gemeinderat Kay Michael Dankl. Neben dem Caritas-Stromhilfefonds, „Licht ins Dunkel“ und dem Lions Club, wird sie auch von Dankl mit etwas Geld unterstützt, um die Stromrechnung begleichen zu können.

Gleichzeitig kritisiert er den vermeintlichen Abschaltverzicht: „Ein Abschaltverzicht ist zwar dieses Jahr im Februar von Landeshauptmann Wilfried Haslauer angekündigt worden, trotzdem erlebe ich selbst, wie immer mehr Salzburger Familien den Strom verlieren. Der Abschaltverzicht ist versprochen worden aber in der Realität nicht angekommen. Das passt nicht zusammen und wirft die Frage auf, wie ernst Haslauers Ankündigungen beim Teuerungspaket wirklich gemeint sind.“

Haslauer: „Einiges schiefgelaufen“

Diese Kritik will Landeshauptmann Wilfried Haslauer von der ÖVP nicht gelten lassen: „Da scheint einiges schiefgelaufen zu sein, aber das ändert nichts an der grundsätzlichen Strategie, dass bis jedenfalls Ende Mai ein Abschaltverzicht mit der Salzburg AG vereinbart ist.“

Martin Zauner vom Kundenservice der Salzburg AG relativiert diesen Abschaltverzicht allerdings: „Der Abschaltverzicht in sozialen Härtefällen ist keine Generalamnestie. Das heißt jetzt aber nicht, dass wir rausgehen und Anlagen stilllegen. Das wäre betrieblich gar nicht möglich.“

Mahnwesen läuft wie üblich

Sprich das übliche Mahnwesen mit erster Mahnung, nach zwei Wochen zweiter Mahnung und nach weiteren zwei Wochen letzter Mahnung plus Abschalttermin läuft wie gehabt weiter. Es sei auch nicht Aufgabe der Salzburg AG noch habe man die Möglichkeit zu prüfen wer ein Härtefall sei, so Zauner: „Wir sind aber sehr bemüht, dass wir alle Fälle von denen wir erfahren, so kulant wie möglich zu behandeln, und um hier wirklich keine sozialen Härtefälle zu erwischen.“

Bei 240.000 Privatkunden im Land Salzburg sei dies aber natürlich nicht immer möglich, ergänzt Zauner: „Da wird es immer Einzelfälle geben, wo es passiert.“ Hier sei man aber um eine rasche Inbetriebnahme der abgeschalteten Anlage auf eigene Kosten bemüht, sagt Zauner. So auch bei Claudia Lainscek wo der Strom derzeit wieder fließt.

Stromabschaltungen trotz Abschaltverzichts

Von der Salzburg AG kommt es weiterhin zu Stromabschaltungen – trotz Abschaltverzichts. Die KPÖ sieht den Landeshauptmann verpflichtet, seine Anti-Teuerungsankündigungen einzuhalten. Landeshauptmann und Salzburg AG betonen, es handle sich um Einzelfälle.