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Politik

CoV-Infektionen: Schulen vor dem Kollaps?

Die CoV-Krise verschärfe sich im Salzburger Bildungssystem nun immer stärker, sagen Frauen und Männer in Schuldiensten und ihre Gewerkschafter. Noch nie habe es so viele Ausfälle beim Lehrpersonal gegeben. Ganze Schultage würden für immer mehr Klassen nur noch nach Supplierplänen laufen.

Berichtet wird auch von Schuldirektionen, die ihre Pädagogen bitten, sich nicht mehr testen zu lassen – um weitere Personalausfälle hinauszuschieben. Die Rede ist auch von Bediensteten, die in den Unterricht beordert werden, obwohl sie nach CoV-Infektionen noch nicht fit sind.

Neben CoV noch weitere Problemfelder

Anton Polivka von der Lehrergewerkschaft verweist auf weitere Belastungen – neben den CoV-Themen. Es gehe dabei auch um Jahresprüfungen von fast 400 Kindern, die heuer zum Heimunterricht angemeldet worden seien: „Die stehen nun am Ende des Schuljahres zu Externistenprüfungen an. Dazu kommt die Aufgabe logischerweise, dass wir ukrainische Flüchtlinge in der Schule aufnehmen. Da wird es auch massive Personalprobleme geben. In normalen Jahren wäre das alles kein Problem. Aber wir haben schon länger keine normalen Jahre mehr.“

Lehrer: „Lage in Schulen teils dramatisch“

An den Salzburger Schulen fallen immer mehr Lehrer aus, weil sie sich mit CoV angesteckt haben. Die Lage sei angespannt und teilweise dramatisch, schildern Lehrer und Lehrerinnen. Das Problem ist, dass es an den Schulen ohnehin schon zu wenig Lehrer gebe, da wirkt sich jeder CoV-Fall dann besonders schwerwiegend aus, heißt es.

Kritik des ÖGB an Schulpolitik

Bildungslandesrätin Daniela Gutschi (ÖVP) hofft auf eine Beruhigung der Lage. Sie sprach vergangene Woche noch von einem Notfallplan. Schon pensioniertes Lehrpersonal sollte in den Unterricht zurückgeholt werden, dazu sollten Studenten einige Klassen übernehmen. Das seien Tropfen auf den heißen Stein, kritisiert Lehrervertreter Polivka.