Eine Maklerin und ein Kunde in einer leeren Wohnung
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Wirtschaft

Makler zahlen Privaten Vermittlungsprovision

Salzburgs Immobilienhändlern gehen die Gründe und Objekte aus, die zum Verkauf stehen. Darum greifen sie zu ungewöhnlichen Methoden, um Häuser oder Grundstücke zu finden. Manche zahlen etwa jenen eine Provision, die einen Käufer oder Verkäufer vermitteln.

Bauland wird in Salzburg immer knapper. Deswegen müssen Immobilienmakler den direkten Weg zu möglichen Verkäufern suchen, sagt der Salzburger Makler und Projektentwickler Manuel Lengauer: „Ein Projektentwickler, der Wohnungen schaffen möchte, muss mittlerweile auf Liegenschaftsaltbestände zurückgreifen. Da helfen Postwurfsendungen, um an mögliche Verkäufer heranzukommen.“ Der Immobilienunternehmer verschickt jährlich 25.000 Broschüren und wirbt darin, Gründe, Häuser oder Wohnungen zu kaufen.

„Jede Rückmeldung auf Postwürfe zählt“

Die Antwortkarten sind bei solchen Postwurfsendungen gleich dabei. „Der Rücklauf ist unterschiedlich. Aber, wenn auf 25.000 verschickte Flyern 25 Antwortkarten – also 0,1 Prozent – zurückkommen, ist das schon positiv für mich“, so Lengauer. Der Kauf oder Verkauf ist dabei noch nicht garantiert, aber der Kontakt ist hergestellt, und das ist für die Immobilienunternehmen derzeit besonders wertvoll.

Postwurfsendung Immobilienmakler
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Nur in den wenigsten Fällen kommen die Antwortschreiben zum Absender zurück. Der Aufwand zahlt sich aber trotzdem aus.

„Außergewöhnlichste Marktsituation seit Jahren“

Denn die Nachfrage nach Grundstücken, Häusern oder Wohnungen ist um ein Vielfaches größer als das Angebot. Diese Marktsituation ist selbst für Christian Schnellinger neu. Er ist Fachgruppenobmann-Stellvertreter der Immobilientreuhänder in der Wirtschaftskammer und seit 31 Jahren im Immobiliengeschäft tätig. Die Firmen werben immer intensiver um ihre Kunden. „Ich haben schon Inserate von Kollegen gesehen, in denen steht: ´Tausche Grundstück gegen neue Wohnung´. Das hat es vor ein paar Jahren noch nicht gegeben“, so Schnellinger.

Makler müssen immer mehr Aufwand betreiben

Ein anderes Salzburger Immobilienunternehmen bietet sogar Geld für Tipps. Das bedeutet, wenn jemand dem Unternehmen einen Käufer oder Verkäufer vermittelt, bekommt der Tippgeber einen Teil der Käuferprovision. Das sei aber kein nachhaltiges Konzept für die Branche, sagt Schnellinger: „Das entspricht wiederum nicht der aktuellen Marktsituation. Zur Abgeber- noch eine Tippprovision zu bezahlen würde sich nicht rentieren. Ich kenne da auch nur einen Fall.“

Insgesamt gibt es in Salzburg 436 Immobilienunternehmen. Laut dem Branchenvertreter werden in den kommenden Jahren wohl nur jene überleben, die sich eine Nische gesucht oder ein großes Netzwerk haben.