Grüner Pass
APA/ Helmut Fohringer
APA/ Helmut Fohringer
Coronavirus

30.000 Grüne Pässe dürften bald ablaufen

In Salzburg sind derzeit über 65.000 Drittstiche offen. Am 1. Februar sollen mehr als 30.000 Grüne Pässe ablaufen. Die rechtliche Grundlage dafür fehlt noch. Viele Salzburger zögern oder wollen die Gültigkeit ihres Zertifikats bis zuletzt ausreizen. Mediziner raten nicht mit dem Booster zu warten.

Österreichs Bundesregierung sieht zwar vor, dass mit 1. Februar der „Grüne Pass“ schon nach sechs Monaten seine Gültigkeit verliert, sofern keine Auffrischungsimpfung durchgeführt wird. Das würde insgesamt 30.644 Salzburgerinnen und Salzburger betreffen. Aber eine Verordnung zur Verkürzung der Gültigkeit des Impfzertifikats und somit eine rechtliche Grundlage dafür, gibt es bislang noch nicht.

„Drei Impfdosen schützen besser als zwei“

Bei vielen Unternehmen ist nach wie vor ein 3G-Nachweis für Mitarbeiter zulässig. So lange keine allgemeine Impfpflicht herrscht, hätten Ungeimpfte oder auch jene, die keine Boosterimpfung in Anspruch nehmen wollen, rein rechtlich gesehen, keinen Druck dies zu tun. Aus medizinischer Sicht allerdings schon, meint Salzburgs Impfkoordinator Rainer Pusch. Er rät zu einer Drittimpfung. Aus Studien gehe zwar hervor, dass auch mit zwei Impfdosen ein guter Schutz gegen tödliche und schwere Verläufe geboten sei, doch mit drei Impfdosen sei ein sehr guter Schutz vor Omikron gegeben. Zudem sei die Gefahr sich selbst oder jemand anderen anzustecken geringer als mit zwei Impfdosen, so Pusch.

Impfempfehlung auch für Genesene

Die Empfehlung gehe auch an jene, die bereits genesen sind. Sechs Monate nach der Infektion sollte hier die Boosterimpfung erfolgen. Schwangeren wird zu einer Drittimpfung im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel geraten, so der Impfkoordinator abschließend.

Vor allem Junge lehnen dritten Stich ab

Die Impfbereitschaft ist laut Fachleuten in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich zurückgegangen. Exakt 63.290 Salzburger könnten sich derzeit zum dritten Mal impfen lassen, weil ihre zweite Impfung mehr als vier Monate zurückliegt. Die meisten verweigern den dritten Stich. Vor allem die 20- bis 50-Jährigen. Die Altersgruppe mache zusammen die Hälfte bei allen offenen Auffrischungsimpfungen aus.

Ablaufdatum des Zertifikats als Knackpunkt

Christoph Fürthauer von der Ärztekammer sieht einen Beweggrund für die momentane Impfmüdigkeit „in erster Linie darin, dass die Menschen warten bis ihre Zertifikate ablaufen.“ An den Impfmöglichkeiten dürfte es jedenfalls nicht liegen. Impfwillige können sich in über 400 Impfordinationen im Bundesland und in den Impfstraßen des Roten Kreuzes in allen Bezirken impfen lassen. Die Anmeldung erfolgt online oder telefonisch bei der Gesundheitshotline 1450. Außerdem gibt es immer wieder Impfaktionen, für die keine Voranmeldung notwendig ist.

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