Das Atomkraftwerk Dukovany in Tschechien
UMWELT

Salzburger Atomkraft-Gegner protestieren gegen EU-Vorhaben

Von Salzburger Atomkraftgegnern kommt lautstarke Kritik gegen die EU-Pläne, Atomenergie als „nachhaltig“ zu klassifizieren. Anleger könnten dadurch in „grüne“ Atomenergie investieren. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grünen) stellt sich klar gegen die Pläne. Jetzt kommt auch Rückendeckung aus Salzburg.

Atomenergie soll „grün“ werden, allerdings nur unter gewissen Kriterien, wie die EU betont. Auch Erdgas soll in der Taxonomie als klimafreundlich klassifiziert werden. Die Taxonomie ist ein EU-Katalog, der zeigt, welche Wirtschaftstätigkeit nachhaltig ist. Damit wissen Investoren, wo sie ihr Geld ökologisch nachhaltig anlegen können – etwa in grüne Atomenergie.

PLAGE: „Nur Radioaktivität ist nachhaltig – im negativen Sinn“

Für die PLAGE, die Plattform gegen Atomgefahren, ist die neue Klassifizierung ein tragischer Rückschritt. Franz Daschil ist der Obmann der Plattform gegen Atomgefahren in Salzburg – er kritisiert die EU-Pläne scharf. „Es wird immer von der Nachhaltigkeit gesprochen, aber an der Atomenergie ist nicht nachhaltig. Natürlich bedeutet es weniger CO2, aber das einzig Nachhaltige ist die Radioaktivität und die ist wirklich sehr nachhaltig für Hunderttausende oder Millionen von Jahren – aber das ist die negative Nachhaltigkeit.“

Energiebedarf steigt

Der Energiebedarf steigt seit Jahren fast durchgängig. Laut der E-Control werden drei Viertel des Strombedarfs in Österreich aus erneuerbaren Energien herangezogen, also zum Beispiel durch Wasserkraft. Fünf bis 15 Prozent des Stroms importiert Österreich jedes Jahr aus dem Ausland, weil es schlichtweg günstiger ist. Daher ist es physikalisch auch möglich, dass auch Atomenergie in den Salzburger Stromleitungen fließt.

Salzburger Atomkraft-Gegner protestieren gegen EU-Vorhaben

Von Salzburger Atomkraftgegnern kommt lautstarke Kritik gegen die EU-Pläne, Atomenergie als „nachhaltig“ zu klassifizieren. Anleger könnten dadurch in „grüne“ Atomenergie investieren. Umweltministerin Leonore Gewessler (Grünen) stellt sich klar gegen die Pläne. Jetzt kommt auch Rückendeckung aus Salzburg.