In Salzburg befindet man sich bereits mitten in der Aufholjagd für das Weihnachtsgeschäft. Für die heimische Wirtschaft ist die Kaufkraft aus Oberösterreich bedeutend. Mit rund 70 Millionen Euro profitiert der Salzburger Handel jährlich von Kundinnen und Kunden aus Oberösterreich.
Shoppingcenter bemerken keinen „Einkaufstourismus“
In den Salzburger Shoppingzentren herrschte am zweiten Einkaufstag ein Kommen und Gehen. Auf den Parkplätzen entdeckten die Centermanager zwar auch Autos mit oberösterreichischen Kennzeichen, einen Einkaufstourismus gebe es aber nicht, sagte Manuel Mayer, Centermanager im Europark: „Wir haben uns stichprobenartig auch die Kennzeichen in der Tiefgarage angeschaut, hochgerechnet und dabei festgestellt, dass der Anteil der oberösterreichischen PKW deutlich unter dem Jahr 2019 liegt.“

Den „Shoppingtourismus“ – ganz allgemein gefasst – gebe es zwar, sagte der Centermanager, er konzentriere sich meistens auf die Wochenenden. „Aber wenn wir auf diese Woche Bezug nehmen, so wissen wir, dass am Freitag der Handel in Oberösterreich aufsperrt. Insofern gehe ich davon aus, dass es keine Anstürme aus Oberösterreich im Europark geben wird.“
Im Designer Outletcenter in Salzburg kommen die meisten Einkäufer aus Salzburg, dem Flachgau oder Hallein. Auffallend war am Dienstag weniger woher die Besucherinnen und Besucher kamen, sondern eher wie viele einkaufen gingen, sagte Centermanager Markus Gratz „Wir können eine Verdopplung bis Verdreifachung der Besucher gegenüber 2019 sehen.“
LH Stelzer: Einkaufstourismus ist „verboten“
Der oberösterreichische Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) betonte schon vergangene Woche, dass die CoV-Verordnung den „Einkaufstourismus“ nach Salzburg während des Lockdowns nicht zulasse. „Das ist nicht nur verboten, sondern unpatriotisch und sehr unsolidarisch“, sagte Thomas Stelzer.
Johann Höflmaier, der Salzburger der Handelsspartensprecher in der Wirtschaftskammer, fühlt mit den oberösterreichischen Unternehmern mit: „Ich spreche hier jetzt nicht nur für den Salzburger Handel, sondern – sage ich einmal – auch für die oberösterreichischen Kollegen, denen natürlich jeder Abfluss doppelt wehtut. Wir sitzen alle im gleichen Boot. Es geht um Arbeitsplätze, die regionale Wertschöpfung und um die Betriebe vor Ort.“
Oberösterreich will kontrollieren
In Oberösterreich dürfen die Handelsunternehmen am Freitag das Weihnachtsgeschäft aufnehmen. Bis dahin kündigte das Land Oberösterreich jedenfalls strenge Kontrollen an. Weil aber viele Straßen nach Salzburg führen, ist fraglich, inwiefern diese Kontrollen Wirkung zeigen.
