Stethoskop und Blutdruckmessgerät eines Arztes
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Gesundheit

Viele Kassenarzt-Stellen unbesetzt

In Salzburg sind momentan besonders viele Kassenarzt-Stellen unbesetzt. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Bundesrechnungshofes hervor. Der Rechnungshof hat dabei die österreichweite Gesundheitsversorgung durch niedergelassene Fach- und Hausärzte untersucht.

Das Ergebnis fällt dabei aus Salzburger Sicht durchwachsen aus. Knapp 480 Planstellen sind in Salzburg vorgesehen – vom Hausarzt bis zum Gynäkologen, vom Augen- bis zum Kinderarzt. Rund 41 dieser Planstellen sind derzeit unbesetzt. Das entspricht etwa 8,5 Prozent.

Salzburg liegt damit nicht nur deutlich über dem Österreichschnitt von 4,5 Prozent, sondern auch an der Spitze aller neun Bundesländer, und zwar sogar deutlich.

Niedergelassene Ärzte in Salzburg im Schnitt relativ jung

Diese Zahlen sind allerdings relativ. Abgezogen werden müssen dabei nämlich all jene Planstellen, die ganz bewusst unbesetzt bleiben. Der Obmann der Salzburger Gesundheitskasse, Thom Kinberger, verweist auf viele Regionen, in denen die Arztpraxen schon jetzt eine geringe Auslastung haben – zusätzliche Kassenstellen würden da nur den Wettbewerb verschärfen. Die Ärzte müssten von ihrem Praxisbetrieb ja auch leben können, so Kinberger.

Rechnet man die sogenannten frei gehaltenen Planstellen heraus, findet sich Salzburg plötzlich unter dem Österreich-Schnitt. Und noch eine gute Nachricht gibt es aus heimischer Sicht: Die niedergelassenen Ärzte in Salzburg sind im Bundesländervergleich relativ jung – nur rund ein Viertel von ihnen ist älter als 60 Jahre. Zum Vergleich: in Kärnten ist es fast die Hälfte.

Baldige Pensionierungswelle nur in einzelnen Bereichen

Eine baldige Pensionierungswelle ist in Salzburg nur in einzelnen Bereichen zu befürchten, wie zum Beispiel bei den Orthopäden oder Gynäkologen.