Holzbretter in Halle
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Wirtschaft

Warnung: „Hohe Holzpreise gefährden Jobs“

Salzburgs Holzbauunternehmen sehen Arbeitsplätze in Gefahr, weil der Branche der Rohstoff auszugehen droht. Dabei fehlt es nicht an rohem Holz aus den Wäldern, sondern vor allem an industriell hergestellten Halbfertigprodukten wie etwa Leimholz oder Faserplatten, die derzeit in großen Mengen in den Export gehen.

Gut 17.000 Arbeitsplätze gibt es in den heimischen Holzbauunternehmen in Österreich, 1.700 davon im Bundesland Salzburg. Lange Wartezeiten und Preissteigerungen seit Jahresbeginn bis zu 120 Prozent für Schichtholz oder Faserplatten plagen derzeit allerdings viele Holzbaubetriebe, klagt der Salzburger Innungsmeister Friedrich Egger aus Dorfgastein (Pongau).

„Unsere Betriebe müssen die Preissteigerungen verkraften. Materialpreiserhöhungen können ja nicht weiterverrechnet werden und das ist für viele Firmen problematisch“, schildert Egger.

Trotz großer Nachfrage Gefahr von Kündigungen

Obwohl die Nachfrage nach Holzbauten groß sei, werde es immer schwieriger, Kurzarbeit und Kündigungen abzuwenden, ergänzt Birgit Maier, Geschäftsführerin des größten Salzburger Holzbaubetriebs in Bramberg (Pinzgau).

„Wir sind schon seit Monaten in Kontakt mit den Ministerien, mit der Holzindustrie und mit den Verbänden. Wir versuchen auf allen Ebenen eine einvernehmliche Lösung zu finden, nur wir werden nicht gehört. Wahrscheinlich sind 2.200 Holzbaubetriebe österreichweit zu wenig“, kritisiert Maier.

Zuviel Holz im Export

Die meisten Halbfertigprodukte der heimischen Holzindustrie gehen derzeit in den Export, sagt Branchensprecher Wolfgang Hutter aus St. Michael im Lungau: „Egal, ob Holzplatte, Brett oder Spannplatte – Holz ist derzeit einfach weltweit so gefragt, dass es zu dieser Preissteigerung gekommen ist. Wir tun uns selber schwer, weil wir mittlerweile schon Tagespreise haben.“ Man sei aber bemüht, die Stammkunden zu beliefern, so gut es geht, versichert Hutter.

Die Salzburger Holzbauunternehmen hoffen, dass eine Kürzung der Exportförderungen durch die Politik wieder für mehr Rohmaterial im Land sorgen könnte.

Der fehlende Rohstoff Holz gefährdet Arbeitsplätze