Landesgericht Salzburg Justizgebäude
ORF.at/Georg Hummer
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Gericht

Leiter weg: Rauchfangkehrer froren am Dach

In Salzburg ist ein Tennengauer Hausbesitzer am Mittwoch verurteilt worden, weil er zwei Rauchfangkehrern absichtlich die Leiter weggestellt hat, während diese am Dach waren. Der Schuldspruch lautet auf Freiheitsentziehung. Die Arbeiter waren etwa eine halbe Stunde lang in der Höhe gefangen.

Sechs Monate auf Bewährung gibt es für folgendes Verhalten eines Hausbesitzers: Zwei Rauchfangkehrer kommen an einem kalten Tag im Februar in die Reihenhaus-Siedlung.

Sie stellen beim Verurteilten die Leiter auf, steigen auf das Dach, kehren dessen Kamin und gehen gleich am Dach weiter zum nächsten Kamin. Aber dann ist die Leiter umgelegt und niemand zu sehen. Sie rufen, ein Passant will die Leiter wieder aufstellen, der Hausbesitzer kommt heraus, verjagt den Passanten und lässt die Rauchfangkehrer erst nach etwa 30 Minuten Diskussion und vielen Entschuldigungen der Arbeiter wieder herunter.

Viele Erklärungen für Fehlverhalten

Dafür hat der Tennengauer am Mittwoch Vormittag vor Gericht viele Erlärungen: Erstens dürften die Rauchfangkehrer bei ihm keine Leiter aufstellen, zweitens dürften sie nicht oben zum nächsten Kamin gehen, drittens hätte er Angst, dass Kinder oder Einbrecher auf sein Dach steigen und herunterfallen und viertens habe er gedacht, die Rauchfangkehrer hätten die Leiter vergessen.

Sechs Monate auf Bewährung wegen Freiheitsentziehung

Die Rauchfangkehrer schilderten vor Gericht, wie sie in mehreren Metern Höhe festgesessen sind. Zu hoch zum Springen, frierend und mit dem Hausbesitzer diskutierend. Weil der Hausbesitzer sein Fehlverhalten nicht einsehen und auch keine außergerichtliche Einigung wollte, und ihm die zuständige Richterin seine Erklärungen nicht glaubte, wurde er zu sechs Monaten auf Bewährung wegen Freiheitsentziehung verurteilt – nicht rechtskräftig.