Die Salzburger Event- und Veranstaltungsbranche stehe am Rande des Ruins, sollte es nicht Öffnungsschritte geben. Noch ein Sommer ohne Veranstaltungen werde für viele das endgültige Aus bringen, sagen Vertreter der Branche.
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Event-Betrieben droht Ende

Die Event- und Veranstaltungsbranchen stehe am Rande des Ruins, sollte es nicht doch noch Öffnungsschritte geben. Noch ein Sommer ohne Veranstaltungen werde für viele das endgültige Aus bringen, sagen Firmensprecher in Salzburg.

Ob das Electric Love Festival als größte Veranstaltung Salzburgs überhaupt noch stattfinden kann, das wollen oder können die Veranstalter noch nicht sagen. 180.000 Fans elektronischer Musik treffen sich dabei in normalen Jahren im Juli auf dem Salzburgring bei Koppl. Im Vorjahr musste das Riesenfestival pausieren.

Kurzfristige Absage möglichst vermeiden

Heuer lebt die Hoffnung bei den Veranstaltern noch. Aber sie schwinde mit jedem Tag, sagt Manuel Reifenauer vom Veranstaltungsteam: „Jeder Tag Vorbereitung kostet Geld. Wir haben Personalkosten im siebenstelligen Bereich. Irgendwann müssen wir auch die Vorbereitung einstellen, wenn die Chancen auf Durchführung weiter schwinden.“

Eine kurzfristige Absage würde laut Veranstaltern einen zweistelligen Millionenbetrag kosten. Der Schutzschirm durch die Politik sei aber auf nur eine Million Euro beschränkt. Und eine Absage würde aber noch viel weitere Kreise ziehen, so Reifenauer: „Wir sind einer der größten Arbeitgeber Salzburgs, isoliert auf dieses Wochenende hin betrachtet. Wir haben viele österreichische, europäische und internationale Lieferanten, die um die Aufträge des Electric Love Festivals umfallen. Es ist eine große Wertschöpfung, die wir da auslösen – auch in der Region.“

Die Salzburger Event- und Veranstaltungsbranche stehe am Rande des Ruins, sollte es nicht Öffnungsschritte geben. Noch ein Sommer ohne Veranstaltungen werde für viele das endgültige Aus bringen, sagen Vertreter der Branche.
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Besucher beim Electric Love Festival

Staatliche Hilfen nur zum Teil wirksam

Noch schwieriger ist die finanzielle Lage für Firmen, die für solche und andere Veranstalter arbeiten. Es fehlen mittlerweile die meisten Auftraggeber. Das wirkt auch auf Hilfsgelder aus, die von der Politik ausbezahlt werden, sagt Geschäftsführer Rupert Pichler von der Firma „Pan Sound“: „Wir sind ja nicht unmittelbar betroffen, aber als Zulieferer für diverse Veranstalter. Es gab für uns nur den Umsatz-Ersatz für zwei Monate im letzten Jahr und die Kurzarbeit, für die wir sehr dankbar sind. Daneben gab es keine weiteren Hilfen.“

Dennoch konnte das Unternehmen vor allem auch durch ein zweites Standbein seine Mitarbeiter halten. Es stattet Firmen technisch aus. Für den Sommer will sich Pichler nun mit Investitionen rüsten, um Sommerkinos unter freiem Himmel anbieten zu können.

„Riesige Schuldenberge jeden Monat“

Fast komplett still steht das Geschäft der Firma „Pyrovision“ von Christian Czech. Der Pyrotechniker sorgt normalerweise bei Feuerwerken für den großen Knall. Seit einem Jahr ist damit fast komplett Schluss. Unterstützungsgeld vom Staat hilft zwar, reiche aber bei weitem nicht aus: „Bei uns ist nicht einmal ein Drittel der Fixkosten von den Zuschüssen gedeckt. Da häufen sich jedes Monat riesige Schuldenberge auf. Und irgendwann werden die Schulden fällig. Dann wird die Lage interessant, auch mit diesen Überbrückungskrediten. Und das erste Jahr ist schon vorbei. In fünf Jahren müssen wir das dann zurückzahlen. Das wird spannend, wie das dann funktionieren soll.“

In der Branche heißt es, wenn es nicht bald Lockerungen und Öffnungen durch die Politik gebe, drohe sehr vielen Firmen die Pleite. Damit würden auch viele tausend Jobs untergehen.