Frauenhaus
APA/dpa/Maja Hitij
APA/dpa/Maja Hitij
Soziales

Frauenhäuser: Neues Konzept mit Schutzwohnungen

Nach der Neuvergabe der Frauenhäuser schafft die neue Bietergemeinschaft vom Verein VIELE gemeinsam mit der Organisation Jugend am Werk erstmals Schutzwohnungen für Betroffene in allen Bezirken und Übergangswohnungen in der Landeshauptstadt.

Nach dem politischen Wirbel wegen der EU-weiten Ausschreibung rund um die Vergabe der Frauenhäuser bestätigte das Landesverwaltungsgericht im Februar die Entscheidung für die Bietergemeinschaft vom Verein für interkulturellen Ansatz in Erziehung, Lernen und Entwicklung (VIELE) und Jugend am Werk. Das Frauenhaus in Hallein (Tennengau) wird es ab Mitte des Jahres nicht mehr geben, dafür aber erstmals Schutzwohnungen und Übergangswohnungen.

Neues Konzept: Vorort-Betreuung in Schutzwohnungen

Frauen, die Schutz suchen, sollen künftig nicht unbedingt in das Frauenhaus in der Stadt Salzburg oder in die Einrichtung nach Saalfelden (Pinzgau) müssen, sondern sie können auch in Schutzwohnungen anonym und sicher unterkommen. „In den Schutzwohnungen lebt die Frau allein oder mit ihrem Kind, womöglich auch eine zweite Frau. Die Betroffenen haben eine Vorort-Betreuung, die sich um die Angelegenheiten der Frauen kümmert, darunter fällt die Begleitung zum Gericht, zu Interventionsstellen und sie stabilisieren die Frauen“, schildert Gabriele Rechberger von der VIELE-GmbH.

Psychosoziale und rechtliche Unterstützung für Betroffene

Bei „VIELE“ als künftiger Frauenhaus-Betreiber in der Landeshauptstadt werden seit mehr als 30 Jahren Gewaltopfer beraten und betreut. Frauen finden hier psychosoziale und rechtliche Unterstützung. Auch Kurse können sie absolvieren, pandemiebedingt derzeit allerdings nur online.

Instabile Frauen werden im Frauenhaus untergebracht

Mitarbeiterinnen sortieren bereits Spielzeug für Kinder von betroffenen Müttern, auch gespendetes sowie gereinigtes Geschirr steht für die Schutzwohnungen und für das Frauenhaus zum Verpacken bereit. „Wenn eine Frau von massiver Gewalt betroffen ist, wenn sie psychisch sehr instabil ist, dann schauen wir, dass die Betroffene ins Frauenhaus kommt, wo es eine 24-Stunden-Betreuung gibt und immer jemand für sie da ist. In den Schutzwohnungen steht eine ambulante Betreuung zur Verfügung, die auch auf die Bedürfnisse der Frauen eingeht“, sagt Rechberger.

Neues Konzept für Frauenhaus mit Schutzwohnungen

Nach der Neuvergabe der Frauenhäuser schafft die neue Bietergemeinschaft vom Verein VIELE gemeinsam mit Jugend am Werk für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder erstmals Schutzwohnungen in allen Bezirken und Übergangswohnungen in der Landeshauptstadt.

35 Übergangswohnungen in der Stadt für Schutzbedürftige

Neben Schutzwohnungen gibt es bald zusätzliche Unterkünfte, in die bedrohte und gefährdete Frauen rasch ziehen können, kündigt die zuständige NEOS-Landesrätin Andrea Klambauer an. „Viele Jahre wurde gefordert, dass wir Übergangswohnungen brauchen, damit die Frauen den Weg ins eigene Leben leichter schaffen. Jetzt bauen wir 35 Übergangswohnungen für Frauen, auch für jene aus dem Frauenhaus, die zukünftig von der Caritas betrieben werden.“

„Wir werden uns beweisen müssen“

Nach den heftigen politischen Debatten um die Neuvergabe des Salzburger Frauenhauses dürfte der neue Betreiber unter genauer Beobachtung der Öffentlichkeit stehen. Mit 1. Juli wird das Salzburger Frauenhaus neu übernommen. „Wir werden uns beweisen müssen, das ist uns klar. Wir haben jetzt genügend Zeit, uns gemeinsam als Team vorbereiten zu können und auch mit unseren Partnern, wie dem Gewaltschutzzentrum und der Polizei einen guten Kontakt aufzubauen“, sagt Gabriele Rechberger vom Verein VIELE.