dpa/Julian Stratenschulte
APA/dpa/Julian Stratenschulte
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GESUNDHEIT

Impfungen: Kritik an mangelnder Informationsarbeit

Auch demente und geistig behinderte Bewohner in Seniorenheimen hätten das Grundrecht, über die CoV-Impfungen sachlich informiert und aufgeklärt zu werden. Das betonen Bewohnervertreter und kritisieren, dass diesem Thema viel zu wenig Beachtung geschenkt werde.

Alle Menschen hätten das Grundrecht, vor medizinischen Behandlungen von Ärzten über Wirkungen und mögliche Risken aufgeklärt zu werden. Das gelte auch für Impfungen, heißt es.

Ist eine beeinträchtigte Person im rechtlichen Sinn entscheidungsfähig, kann sie die Impfung selbst einwilligen oder ablehnen. Das regelt das Sachwaltergesetz. Traut ein Arzt einer Person die Entscheidung nicht zu, soll ein sogenannter Unterstützerkreis helfen. Dazu zählen Angehörige oder Betreuer.

Sachwalter fordern bestmögliche Aufklärung

Norbert Krammer ist Bereichsleiter im Salzburger Verein „Vertretungsnetz“. Er fordert bestmögliche Aufklärung aller Bewohner von Senioren-, Pflege- und Behindertenheimen: „Nicht nur die Zustimmung ist bedeutungsvoll, sondern auch die Ablehnung. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass man sich impfen lassen muss. Ängste hängen oft auch mit zu wenig Informationsarbeit zusammen.“

Vor allem wegen des vorgezogenen Impfstarts seien einige Bewohner zu wenig aufgeklärt worden, kritisiert Krammer. Für die Entscheidungsfindung müsse auch genügend Zeit sein.